Wie können Daten und KI dazu beitragen, gesellschaftliche Probleme besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln? Und welche Voraussetzungen braucht die Zivilgesellschaft, um diese Möglichkeiten verantwortungsvoll zu nutzen?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Beyond Technology: AI & Data for the Common Good“, zu der die Bertelsmann Stiftung das Berliner Chapter von Women in Big Data am 17. September ins Haus Berlin eingeladen hatte. Das weltweite, ehrenamtlich organisierte Netzwerk von über 80.000 Personen unterstützt Frauen dabei, ihre beruflichen und fachlichen Fähigkeiten im Daten- und KI-Bereich weiterzuentwickeln.
Carsten Große Starmann, Vice President Corporate IT and Data Science, eröffnete den Abend und gab einen Einblick in die Arbeit der Bertelsmann Stiftung. Dr. Katarzyna Stoltmann (Head of Data Science & Artificial Intelligence, AstraZeneca) beleuchtete in ihrer Keynote das Thema „AI for Good“ aus medizinischer und pharmazeutischer Perspektive und zeigte auf, welchen Beitrag künstliche Intelligenz in diesen Bereichen leisten kann. Dr. Helena Bakic und Dr. Jens Preußner stellten Ansätze der Stiftung zunächst in zwei Präsentationen vor und vertieften sie anschließend in der von Aliya Boranbayeva (Women in Big Data Berlin) moderierten Paneldiskussion.
Zwischen Interesse und Anwendung
Viele zivilgesellschaftliche Organisationen wollen Daten und KI stärker für ihre Arbeit nutzen. Der Schritt von diesem Interesse zu einer dauerhaften Anwendung ist jedoch anspruchsvoll: Häufig fehlen Ressourcen, Kompetenzen, geeignete Daten oder konkrete Anwendungsideen. Dr. Helena Bakic aus dem Zentrum für Datenmanagement stellte drei Ansätze vor, mit denen die Bertelsmann Stiftung darauf reagiert.
Der Wegweiser Kommune macht mehr als 400 statistische Indikatoren für deutsche Kommunen mit über 5.000 Einwohner frei zugänglich. Das ist besonders wichtig, weil öffentliche Datenquellen teilweise verschwinden, ihre Zugangsbedingungen sich ändern oder Aktualisierungen eingestellt werden. Die Plattform führt Daten aus verschiedenen Quellen zusammen und schafft eine vergleichbare Grundlage für Kommunalverwaltung, Forschung und Öffentlichkeit.
Die Menge an Daten und Wissen wächst schneller, als sie mit klassischen Suchverfahren ausgewertet werden kann. Für ihr internes Wissensmanagement nutzt die Bertelsmann Stiftung daher ein KI-gestütztes System. Mitarbeitende können mehr als 150.000 Seiten aus dem Publikationsarchiv über Fragen in natürlicher Sprache durchsuchen. Das auf agentic RAG basierende KI-System fasst in seinen Antworten relevante Inhalte zusammen und verweisen auf die verwendeten Quellen. So kann vorhandenes Wissen leichter in aktuelle Projekte und Entscheidungen einfließen.
Beim DatenDialog, den die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit CorrelAid durchführt, arbeiten gemeinnützige Organisationen an konkreten Datenfragen. Ehrenamtliche Datenexperten bringen Methodenwissen und technische Erfahrung ein. Die Organisationen erhalten Unterstützung für ihre Projekte und entwickeln zugleich ein besseres Verständnis dafür, welche Daten und Kompetenzen sie für ihre weitere Arbeit benötigen.
Verantwortung und Selbstbestimmung
Dr. Jens Preußner aus dem Projekt Digitalisierung und Gemeinwohl richtete den Blick auf generative KI in sozialen Organisationen und Kommunen. Gängige (oder geläufige) KI-Basismodelle werden größtenteils mit unkuratierten Daten aus dem Internet trainiert und reproduzieren deshalb dort vorherrschende Perspektiven. Das kann bestehende Verzerrungen verstärken und die Qualität der Ergebnisse beeinträchtigen. Welche Quellen genau für das Training des Modells genutzt wurden, bleibt dabei kaum nachvollziehbar. Die Bertelsmann Stiftung setzt sich deshalb für mehr Transparenz und einen verantwortungsvolleren Umgang mit KI-Systeme ein. Das Projekt untersucht zum Beispiel, welche Modellansätze unter Berücksichtigung von Risiken, Schutzbedarfen und Gemeinwohlorientierung für den Einsatz im sozialen Sektor geeignet sind. Organisationen sollen zudem verstehen können, wie ein System arbeitet, und selbst entscheiden, wo und unter welchen Bedingungen sie es einsetzen. Gemeinsam mit Fachleuten aus dem sozialen Sektor entwickelt die Stiftung ein Rahmenwerk für den verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit KI. Darüber hinaus sollen prototypische Anwendungen für Sozialberatung, Wissensmanagement und Fallmanagement entstehen.
Unser Dank gilt dem Team von Women in Big Data Berlin für die gemeinsame Organisation und allen Beteiligten für den offenen Austausch.
Hinweis: KI-assistiert (ChatGPT). Der Beitrag wurde redaktionell geprüft und überarbeitet.


