Arzt spricht mit Patientin am Krankenbett.
Weisse Liste / Juliane Werner

, Studie: Krankenhausqualität aus Patientensicht

Die meisten Patienten haben im Krankenhaus nur einen Wunsch: Sie wollen gut versorgt werden. Die Krankenhausplanung der Länder soll genau dies sicherstellen. Aber gelingt das? Wie zufrieden sind Patienten mit der Krankenhausqualität in den einzelnen Bundesländern? Ist Versorgung auf dem Lande immer schlecht und in Metropolen automatisch gut? Und was sollte sich in der Planung ändern?

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der Weissen Liste belegt große Unterschiede in der Versorgung: Einige Kliniken werden von Patienten nahezu uneingeschränkt weiterempfohlen: 28 von 1.579 untersuchten Kliniken weisen dabei sogar Zufriedenheitswerte von über 95 Prozent auf. Auf der anderen Seite liegt die Bereitschaft zur Weiterempfehlung der Klinik in manchen Fällen bei unter 50 Prozent.

In Sachsen und Bayern sind die Patienten am zufriedensten

Wie gut ein Patient aus seiner Sicht in einem Krankenhaus versorgt wird, hängt nach der Studie auch vom Bundesland ab: Die Weiterempfehlungsbereitschaft in sächsischen Krankenhäusern liegt bei 82 Prozent, Bayern (81,7 Prozent) und Thüringen (80 Prozent) schneiden ähnlich gut ab. In anderen Ländern sind die Patienten weit weniger zufrieden: In Bremer Häusern sind es gerade mal 73,9 Prozent, in Niedersachsen (76,7), Hessen (77,1) und Nordrhein-Westfalen (77,1) sieht es nicht viel besser aus. Diese verhältnismäßig großen Differenzen sind nicht durch Unterschiede in der Bevölkerungsstruktur erklärbar.

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Gute Krankenhausversorgung ist auch in strukturschwachen Regionen möglich

Generell sind schlechte Basisversorger in abgelegenen, ländlichen Gebieten ein ernsthaftes Problem. Hier kann es besonders schwer sein, für die wenigen dort lebenden Bürger ein stationäres Angebot effizient bereitzustellen. Die dort lebenden Menschen wiederum haben kaum die Chance, auf andere Versorgungsmöglichkeiten auszuweichen. Allerdings gibt es Bundesländer, in denen die Versorgung auch in entlegenen Regionen gut gelingt. Besonders positiv fällt Mecklenburg-Vorpommern auf: Dort befinden sich fünf der zehn von Patienten am besten bewerteten Kliniken an strukturschwachen Standorten. Darunter sind auch die drei besten abgelegenen Krankenhäuser.

Selbst in Metropolregionen gibt es schwarze Schafe

Dicht besiedelte Regionen mit mehr Krankenhäusern und höherem Wettbewerbsdruck haben nicht automatisch eine bessere Patientenversorgung. Patienten sind dort eben nicht zufriedener als in ländlichen und dünn besiedelten Regionen. Auch in den Stadtstaaten ist die Zufriedenheit mit der stationären Versorgung nicht durchgehend höher als in Flächenländern. So haben beispielsweise in Hamburg ein knappes Drittel der Krankenhäuser gute Bewertungen von neun Prozent und mehr über dem Bundesdurchschnitt. Allerdings sind auch 24 Prozent der Kliniken besonders schlecht und liegen weit unter dem bundesweiten Durchschnitt. Eine bestimmte Trägerart – etwa kommunal, kirchlich oder privat – ist ebenfalls keine Garantie für eine bessere Qualität: So finden sich in Hamburg auch die bundesweit größten Unterschiede in der Zufriedenheit zwischen den internistischen Fachabteilungen privater Träger. 

Krankenhausplanung muss sich verändern

Die Abweichungen zwischen den Bundesländern sind hoch relevant und Krankenhausplanung ist Ländersache. Die einzelnen Länder legen ihre Gestaltungsspielräume aber sehr unterschiedlich aus. Dies ist auch möglich, weil die Nutzung der wenigen über den gemeinsamen Bundesausschuss entwickelten Qualitätsindikatoren gegenwärtig für die Länder freiwillig ist. Zudem fließt die Perspektive des Patienten bisher nirgendwo dauerhaft und systematisch in die Krankenhausplanung ein.

Es ist erstaunlich, dass die Versorgungsqualität bei der öffentlichen Vergabe von Landesmitteln gegenwärtig kaum eine Rolle spielt.
Uwe Schwenk, Direktor der Bertelsmann Stiftung

Ansatzpunkte für positive Veränderungen gibt es viele: 

  • Für die Basisversorgung sollte der Gemeinsame Bundesausschuss ausreichend planungsrelevante Qualitätsindikatoren entwickeln.
  • Ein bundesweites Monitoring sollte transparent machen, ob diese Indikatoren durch die Länder bei der Kapazitätsplanung genutzt werden.
  • Darüber hinaus sollte verstärkt auf Qualitätsinformationen aus Routinedaten und Patientenbefragungen gesetzt werden.

Weitere Analyse-Ergebnisse sowie Hinweise für erforderliche Schritte auf dem Weg zu einem qualitätsorientierten Strukturwandel finden sich im zusammenfassenden SPOTLIGHT Gesundheit sowie in der Langfassung der Studie.

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