Journalisten prüft Daten am Bildschirm
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Datenanalysen: Regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung ergründen

Regionale Unterschiede machen deutlich, dass die Versorgung manchmal am Bedarf der Bevölkerung vorbei geht. In Kooperation mit dem Science Media Center Köln (SMC) identifizieren wir Auffälligkeiten in der Gesundheitsversorgung und recherchieren vor Ort nach möglichen Ursachen. 

Ob in Aachen oder Zwickau – es muss gewährleistet sein, dass die Menschen überall in Deutschland bedarfsgerecht medizinisch versorgt werden. In mehreren Studien des Faktencheck Gesundheit haben wir jedoch zum Teil erhebliche regionale Versorgungsunterschiede festgestellt. Zum Beispiel werden in manchen Kreisen bis zu 13-mal so viele operative Eingriffe aufgrund von Rückenbeschwerden durchgeführt wie in anderen. Medizinisch ebenso wenig erklärbar sind die unterschiedlichen Kaiserschnittraten: Während in Dresden im Durchschnitt 17 Prozent der Babys per Kaiserschnitt entbunden werden, sind es in Landau in der Pfalz 51 Prozent. Um Auffälligkeiten wie diesen auf den Grund zu gehen, kooperieren wir mit dem Science Media Center (SMC), einer Initiative der Klaus Tschira Stiftung und der Wissenschafts-Pressekonferenz e. V.

Workshops von Journalisten für Journalisten

Das SMC nutzt das Recherchetool „Operation Explorer“ (siehe Infokasten), das regionale Unterschiede zwischen den 402 Kreisen in Deutschland verdeutlicht und vergleichbar macht. Wir möchten Regionaljournalisten, die an Versorgungsthemen interessiert sind, die Nutzung dieses Tools ermöglichen. In regelmäßig stattfindenden Workshops können Journalisten erlernen, in der Datenbank  zu recherchieren. Darüber hinaus steht das SMC bei der Vor-Ort-Recherche mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt bei der Ursachenforschung. Dabei spielen auch die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch mit anderen Kollegen eine wichtige Rolle. Ziel ist es, dass die Ergebnisse der Recherchen in einer fundierten Berichterstattung münden, um Veränderungen in auffälligen Regionen anzustoßen. 

Was leistet der Operation Explorer?

Das datenbasierte Internet-Programm macht regionale Unterschiede in der stationären Krankenversorgung und lokal auffällige Muster sichtbar – für alle Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Der "Operation Explorer" beinhaltet über 150 Millionen regional codierte Krankenhaus-Diagnosen und Operationen – aktuell für die Jahre 2009 bis 2015 und über alle Altersgruppen. Dieses primär von und für Journalisten konzipierte Programm umfasst erstmals alle verfügbaren Daten der Krankenhausstatistik in einer Datenbankanwendung, die mit einem intuitiven Werkzeug durchsucht und nach regionalen Auffälligkeiten ausgewertet und direkt visualisiert werden können. Der "Operation Explorer" ermöglicht recherchierenden Journalisten zudem erstmals, auf bestmöglicher statistischer Basis die gesundheitspolitische Landschaft in Deutschland zu kartographieren. Er liefert belastbare und regional verortbare Anhaltspunkte für die Hypothesenbildung, warum es in Deutschland medizinische Über- und Unterversorgungsstrukturen gibt und wo man im Detail nach den Gründen und den Verantwortlichen für diese Strukturen suchen muss.

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