Der Syrische Flüchtling Mohamed Nouman sitzt mit seiner Familie und seinen beiden Sponsoren an der Uferpromenade von Toronto
UNHRC, Annie Sakkab

, Projekt: Pilotprojekt zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge gestartet

Die Bundesregierung und zivilgesellschaftliche Organisationen starten ein staatlich-gesellschaftliches Aufnahmeprogramm für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge. Durch "NesT – Neustart im Team" können sich nun auch zivilgesellschaftliche Akteure aktiv an der Aufnahme und Integration von bis zu 500 besonders schutzbedürftigen Menschen beteiligen. Wir unterstützen das Pilotprojekt.

Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden zunächst Schutz in ihren Nachbarregionen. Unter den Geflüchteten gibt es jedoch viele mit besonderem Schutzbedarf, die keine sichere Lebensperspektive in ihren Erstankunftsstaaten haben. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) rechnet derzeit mit 1,4 Millionen solcher Fälle.  

Auf Empfehlung der EU-Kommission, das europäische Engagement zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in Europa auszubauen, hat sich eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten freiwillig dazu bereiterklärt, in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 50.000 besonders schutzbedürftige Personen in Europa aufzunehmen. Deutschland beteiligt sich an dem Programm mit 9.200 staatlichen humanitären Aufnahmeplätzen des Bundes, 500 Aufnahmen aus einem Programm von Schleswig-Holstein und zusätzlich bis zu 500 Aufnahmen über das Pilotprojekt „NesT – Neustart im Team“.

Mit „NesT“ werden die bisherigen Aufnahmemöglichkeiten ergänzt, sodass sich nun auch zivilgesellschaftliche Akteure wie Kirchengemeinden oder Gruppen engagierter Bürger aktiv um die Aufnahme und Integration besonders schutzbedürftiger, anerkannter Flüchtlinge bewerben können. Im Rahmen des Pilotprojekts, das sich am kanadischen „Private Sponsorship“-Programm und dem britischen „Community Sponsorship“ orientiert, können so bis zu 500 Personen zusätzlich in Deutschland aufgenommen werden. Mentorinnen und Mentoren unterstützen die Flüchtlinge dabei von Anfang an, sich beruflich und gesellschaftlich in Deutschland zu integrieren.

Die Auswahl der bis zu 500 Personen erfolgt in mehreren Stufen. Der UNHCR identifiziert zunächst anhand fester Kriterien Personen mit besonderem Schutzbedarf. Die endgültige Auswahl erfolgt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das die Personen zusätzlich überprüft.

Das Pilotprojekt läuft in Zusammenarbeit mit dem UNHCR, Kirchen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Mercator fördern eine Zivilgesellschaftliche Koordinierungsstelle (ZKS), die interessierte Mentorinnen und Mentoren berät und weiterbildet.

Weitere Informationen finden sich hier.

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