Jugendliche des Projekts „Welcome to Kartoffelländ“ der Aufsuchenden Jugendarbeit der Gemeinde Ense zu Gast bei Fußballlegende Gerald Asamoah auf Schalke
© Jan Voth

, ALLE KIDS SIND VIPS: Gerald Asamoah ehrt soziales Engagement von Jugendlichen aus Ense

Fußballlegende Gerald Asamoah lud heute die Jugendlichen der Aufsuchenden Jugendarbeit der Gemeinde Ense in die Arena auf Schalke ein. Als Botschafter von „Alle Kids sind VIPs“ würdigte er das Engagement der jugendlichen Projektmacher mit ihrem interkulturellen Treff „Welcome to Kartoffelländ“. Die engagierten Jugendlichen aus NRW hatten den exklusiven Preis beim Jugendintegrationswettbewerb der Bertelsmann Stiftung gewonnen.

Als Gerald Asamoah die Schalke-Kabine betrat, war die Freude über das Wiedersehen mit dem Ex-Profifußballer groß: Bereits im März des vergangenen Jahres hatten die Jugendlichen ihn bei der Preisverleihung von „Alle Kids sind VIPs“ in Berlin kennengelernt. Die Jugendlichen konnten es kaum erwarten, sich mit ihrem Botschafter aus­zutauschen. Die Führung durch das Schalke Museum war ein toller Bonus. Das exklusive Treffen hatten sich die Macher des Projekts „Welcome to Kartoffelländ“ mit ihren selbstiniti­ierten interkulturellen Treffs verdient.

Das Projekt der Aufsuchenden Jugendarbeit der Gemeinde Ense schafft regelmäßige Be­gegnungen von Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft. Ein offenes Café und Freizeitangebote sorgen bis heute für Austausch. Mottoveranstaltungen, etwa ein Mittelalter­fest, Zuckerfest, Kartoffelfest und Weihnachtsmarkt, sorgen zudem für Abwechslung. Ihren interkulturellen Treff haben sie im Jahr 2015 ins Leben gerufen, als viele Geflüchtete nach Ense kamen. Die Projektmacher wollten mehr über ihre neuen Nachbarn erfahren und es ihnen gleichzeitig erleichtern, in ihrer neuen Umgebung anzukommen. 

„Es freut uns total, dass unser Projekt diesen Preis gewonnen hat“, sagt Marie Greune mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Sie ist eine der aktiven Ehrenamtlichen bei der Aufsu­chenden Jugendarbeit der Gemeinde Ense. „Unser regelmäßiger interkultureller Treff ist uns richtig ans Herz gewachsen. Wir freuen uns sehr, unsere Erfahrungen mit einer Legende wie Gerald Asamoah zu teilen und von seinen persönlichen Erfahrungen mit Integration und Viel­falt im Sport zu hören.“

Stolz stellten die Jugendlichen ihrem prominenten Botschafter ihr Projekt vor. Gerald Asa­moah, der sich schon seit über fünf Jahren für „Alle Kids sind VIPs“ engagiert, zeigte sich be­eindruckt von ihrem Engagement: „Diese Jugendlichen setzen mit ihren Aktionen genau an der richtigen Stelle an: mitten in der Gesellschaft. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass ihre Gemeinde auch als Gemeinschaft zusammenlebt.“ Im Anschluss tauschten sich die Gewin­ner in einer Gesprächsrunde mit dem in Ghana geborenen Fußballstar zu den Themen Mig­ration und Integration aus. Schließlich durfte jeder seine ganz persönliche Erinnerung mit nach Hause nehmen: Der Botschafter nahm sich Zeit für reichlich Autogramme und Selfies.

Neben dem Treffen mit dem prominenten Botschafter gewannen die Jugendlichen auch ei­nen professionellen Workshop zum Thema Projektmanagement, der sich an die Gesprächs­runde anschloss. Damit möchte die Bertelsmann Stiftung das Projekt in seiner künftigen Ar­beit unterstützen.

Zehn Jahre jugendliches Engagement für Integration und Vielfalt

Die Bertelsmann Stiftung zeichnet schon seit 2008 mit dem Jugendintegrationswettbewerb „Alle Kids sind VIPs“ Projekte aus, in denen sich junge Menschen beispielhaft für ein faires Miteinander in Vielfalt engagieren. Die sechste Runde von „Alle Kids sind VIPs“ brachte mit 217 Projekten einen neuen Teilnehmerrekord. Was den Wettbewerb besonders macht, sind die Besuche prominenter Botschafter mit ausländischen Wurzeln, die mit ihrer Biographie für gelungene Integration stehen und sich ehrenamtlich engagieren. Mit dabei sind neben der Fußballlegende Gerald Asamoah: Comedian Bülent Ceylan, Sängerin Maite Kelly, die Band Culcha Candela, Top-Model und Moderatorin Rebecca Mir, Moderatorin Shary Reeves, TV-Moderator und Sänger Daniel Aminati, die Urban Dance Crew FanatiX und Schauspieler Tayfun Baydar.

Mit seinem mitreißenden Lachen ist Gerald Asamoah ein Motivationstalent. Bekannt ist er zudem für sein soziales Engagement, unter anderem für seine „Stiftung für herzkranke Kin­der“. Er wurde 1978 in Ghana geboren und kam mit zwölf Jahren nach Deutschland, wo er zunächst in Hannover eine Heimat fand und seine Laufbahn als Profifußballer begann. Als bei ihm im Alter von 20 Jahren ein schwerwiegender angeborener Herzfehler diagnostiziert wurde, war seine Zukunft ungewiss. Doch Gerald nahm die Herausforderung Leben an und eroberte als erster dunkelhäutiger deutscher Nationalspieler das Spielfeld und die Herzen seiner Fans. Im November 2015 beendete der sympathische Kultkicker, der lange für Schalke 04 spielte, seine Karriere als Profifußballer. Neben seinen sportlichen Leistungen ist der Vater dreier Kinder seit jeher sozial sehr engagiert, unter anderem im Kampf für Vielfalt und gegen Rassismus im Rahmen von „Alle Kids sind VIPs“ oder als Pate der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Seine eigene „Stiftung für herzkranke Kin­der“ ist Gerald Asamoah aufgrund seiner persönlichen Geschichte eine echte Herzensange­legenheit. Seit 2007 unterstützt die Gerald Asamoah Stiftung Projekte mit dem Ziel, herz­kranken Kindern medizinisch zu helfen und ihnen den Weg zurück in ein gesundes Leben zu ermöglichen.

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