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Veit Mette

Leitfaden: Was ist eine gute Schule für mein Kind?

Sie als Eltern wünschen sich eine gute Schule für Ihr Kind. Aber Schulen heute unterscheiden sich stark von dem, was Sie noch aus Ihrer eigenen Schulzeit kennen. So sehen Klassenzimmer oft anders aus als früher und auch das Lernen hat sich verändert. Es ist seltener geworden, dass Lehrer vorne stehen und alle Kinder zur selben Zeit dieselben Dinge tun. Wie erkennen Sie heute, ob eine Schule gut ist – und ob sie die richtige Schule für Ihr Kind ist? Wir helfen Ihnen bei der Beantwortung dieser Fragen.

Vorab: Was ist Ihnen und Ihrem Kind wichtig?
Bevor Sie sich um Einzelheiten kümmern, überlegen Sie, auch gemeinsam mit Ihrem Kind, was Ihnen jeweils wichtig ist, z.B.:

  • Wie soll Ihr Kind zur Schule kommen? Zu Fuß, mit dem Rad, alleine, zusammen mit anderen, im Auto, oder kommt ein öffentliches Verkehrsmittel in Frage?
  • Wo gehen die Freunde Ihres Kindes hin? Wie wichtig ist das für Ihr Kind?
  • Welche Angebote braucht Ihr Kind außerhalb des Unterrichts (verlässliche Betreuung vor bzw. nach dem Unterricht; Mittagessen, Freizeit- und Bildungsangebote)? Bietet die Schule das an?
  • Was ist Ihrem Kind wichtig? Z.B.: Bewegt es sich gerne und hätte gerne ein großes Außengelände? Braucht es eher Ruhe und Geborgenheit oder viel Aktivität? Wie beschäftigt es sich am liebsten, alleine oder in der Gruppe? Wie geht es mit neuen Situationen um? Sucht es sich gerne selber aus, was es tun will, oder schätzt es klare Ansagen?

Je besser Sie und Ihr Kind einschätzen können, was ihm besonders hilft, gut zu lernen und sich dabei wohlzufühlen, umso besser können Sie gemeinsam entscheiden, welche Schule gut für Ihr Kind ist. Verwechseln Sie dabei nicht Ihre eigenen Vorstellungen mit denen Ihres Kindes – das kann sich durchaus unterscheiden.

Was sind Ihre ersten Eindrücke von der Schule?
Schon bevor Sie sich eine Schule genauer ansehen, können Sie sich erste Eindrücke verschaffen:
Schauen Sie, ob die Schule eine Website hat. Wenn ja:

  • Wie gefällt sie Ihnen?
  • Bekommen Sie ein gutes Bild von der Schule und von denen, die dort arbeiten?
  • Sind die Informationen auf aktuellem Stand?
  • Enthält die Seite Antworten auf Ihre Fragen? Die Gedanken, die Sie sich zuvor darüber gemacht haben, was Ihnen und Ihrem Kind wichtig ist, können Ihnen dabei als Leitfaden dienen.

Wenn Sie denken, eine Schule könnte für Ihr Kind in Frage kommen
Schauen Sie sich die Schule an. Sammeln Sie dazu einige Eindrücke, z.B. bei einem Rundgang über das Schulgelände – am besten melden Sie sich vorher im Schulsekretariat an oder gehen Sie zu einem „Tag der offenen Tür“, den die meisten Schulen regelmäßig anbieten. Finden Sie Gebäude und Gelände einladend?

  • Haben Sie das Gefühl, dass die Atmosphäre an der Schule offen und freundlich ist?
  • Wenn Sie in der Pause über den Schulhof gehen – wie fühlt sich das an?
  • Wenn Sie Streitigkeiten beobachten – wie werden sie geklärt?
  • Wenn Sie Schüler, Lehrer und Erzieher beobachten – wie gehen sie miteinander um? Ist der Umgangston freundlich, höflich, respektvoll?
  • Wenn Sie Fragen stellen – z.B. an Lehrer und Schulleiter – bekommen Sie Antworten, die Ihnen helfen? Wie ernst werden Ihre Fragen genommen?
  • Bekommen Sie im Gebäude einen Eindruck davon, was Schüler geleistet haben, z.B. durch Schülerarbeiten, die ausgestellt oder aufgehängt sind. Falls es solche Ausstellungen gibt: Wie aktuell sind sie?
  • Wie gefallen Ihnen Gebäude und Gelände? Gibt es genügend Raum für verschiedene Aktivitäten und Phasen – also z.B. ruhigere Bereiche und welche, in denen Bewegung und Action möglich sind? Denken Sie dabei daran: eine gute Ausstattung bedeutet noch nicht, dass die Schule gut ist, und guter Unterricht kann auch in einem Gebäude stattfinden, das schöner sein könnte.

Am „Tag der offenen Tür“ erhalten Sie einen guten ersten Überblick über das, was die Schule ausmacht. Fragen Sie außerdem in der Schule nach, ob Sie sich – eventuell auch gemeinsam mit Ihrem Kind – den Unterricht anschauen können, denn hier können Sie den eigentlichen Schulalltag erleben.

Manchmal mag ein Unterrichtsbesuch aus organisatorischen Gründen nicht gehen. Aber schon daran, wie Schulleiter oder Lehrer auf die Frage reagieren, können Sie eine Menge erkennen: Wie offen sind sie? Oder haben sie Angst davor, jemanden zusehen zu lassen?
Wenn Sie den Unterricht anschauen dürfen: Bitten Sie darum, möglichst verschiedene Klassen und Lehrer beobachten zu dürfen, um einen guten Einblick in die Schule zu bekommen. Suchen Sie Kontakt mit Eltern, deren Kinder die Schule besuchen, und mit Schülern selbst. Fragen Sie sie nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen. Wenn möglich: Holen Sie verschiedene Meinungen ein. Verschiedene Menschen beurteilen dieselbe Situation – und z.B. auch dieselben Lehrer – oft unterschiedlich.

Welche Fragen sollten Sie stellen, um zu erfahren, ob eine Schule gut ist?
Die nachfolgenden Fragen können Sie als Anregung benutzen, um mit Schulleitung, Lehrkräften und auch Schülern ins Gespräch zu kommen. Wenn Sie dazu noch Genaueres wissen wollen, finden Sie im Anhang kurze Erläuterungen, welche Gedanken und Ideen hinter diesen Fragen stehen.

Insgesamt gilt: Eine gute Schule ist eine, in die Ihr Kind (meistens) gerne geht, die ihm die Lust am Lernen erhält und in der es sich als Mensch ernstgenommen fühlt und sich weiterentwickeln kann.

Bei der Auswahl der richtigen Schule für Ihr Kind wünschen wir Ihnen viel Erfolg!

 Ihr „In Vielfalt besser lernen“-Team

PS: Den vollständigen Leitfaden mit weiteren Erläuterungen finden Sie in der rechten Randspalte als pdf-Datei zum Herunterladen.

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Publikation: Was ist eine gute Schule für mein Kind?

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