„Zusammen leben, zusammen wachsen – bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2019“, 15.-16. Februar, Berlin.
© ÖVA / Nils Bornemann

Veranstaltung: „Zusammen leben, zusammen wachsen“- Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2019

Am 15. und 16. Februar 2019 fand in Berlin-Spandau die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2019 statt. Diskutiert wurde, wie in Zeiten von Rechtspopulismus, Antisemitismus und Rassismus eine durch Migration und Vielfalt gekennzeichnete Gesellschaft gestaltet, Konflikte fair ausgetragen und Werte wie Toleranz und Respekt verteidigt werden können.

Als Kooperationspartner war die Bertelsmann Stiftung in diesem Jahr an der Ausrichtung der Tagung beteiligt. Yasemin El-Menouar und Kai Unzicker, beide Senior Project Manager im Programm Lebendige Werte, haben die Stiftung vor Ort vertreten.

Aktionen für ein solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander

Die Tagung stand unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ und diente der Vorbereitung der diesjährigen Interkulturellen Woche, die vom 22. bis 28. September 2019 bundesweit stattfinden wird. Die interkulturelle Woche ist eine 1975 gründete Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Mit über 5000 Veranstaltungen in mehr als 500 deutschen Städten und Gemeinden bietet sie jedes Jahr im September einen Rahmen zur Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen. Die Veranstaltungen der IKW werden von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten/-beauftragten, Migratenorganisationen, Religionsgemeinschaften, Initiativgruppen sowie Einzelpersonen vor Ort organisiert und mitgetragen. Mit unterschiedlichen Aktionen soll ein Zeichen für ein solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander in der Gesellschaft gesetzt und die Entwicklung in den Bereichen Begegnung, Teilhabe und Integration vorangetrieben werden. Neben den Aktionen vor Ort werden zusätzliche Informationen online sowie als Materialheflt zur Verfügung gestellt, unter anderem Best-Practice Beispiele, das gemeinsame Wort der Kirchen und Film- und Buchtipps.

Zusammenhalt als letzte Stufe der Integration

Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf die Interkulturelle Woche ist die zweitägige Vorbereitungstagung, die dieses Jahr im Tagungszentrum des Evangelischen Johannisstift Berlin stattfand. Sie bot rund 180 MultiplikatorInnen die Möglichkeit, sich mit den inhaltlichen und politischen Schwerpunktsetzungen intensiv auseinanderzusetzen und Inspirationen für mögliche Veranstaltungsformate zu bekommen. Das diesjährige Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ weist, auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Europawahlen im Mai sowie weiteren Landtagswahlen im Herbst, auf gemeinsame Werte und die Bedeutung von Grund- und Menschenrechten in pluralen Gesellschaften hin. In ihrer Einführungsrede beschrieb die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration Anette Widmann-Mauz ihre sogenannten „Integrationsoffensive“, zu der u.a. gehört, allen Geflüchteten bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen und unabhängig vom Status und der Bleibeperspektive Sprachkenntnisse und Werte zu vermitteln. Als höchste Stufe des Integrationsprozesses sieht sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Wir brauchen eine klare Haltung für Respekt und Menschlichkeit.“
Anette Widmann-Mauz

Austausch über das Miteinander in pluralen Gesellschaften

Im Anschluss hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit sich in verschiedenen Arbeitsgruppen mit ExpertInnen auszutauschen und über Wege zur Teilhabe, das Funktionieren von pluralen Demokratien und die Rolle der Kirche in der Vielfaltsgesellschaft zu diskutieren. Yasemin El-Menouar, Senior Project Manager der Bertelsmann Stiftung, leitete dabei die Arbeitsgruppe „Antisemitismus in der (Migrations)Gesellschaft - Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven“, in der Saba-Nur Cheema von der Bildungsstätte Anne Frank, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland Dr. Felix Klein und Dr. Juliane Witzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin ihre Erfahrungen und Meinungen mit den TeilnehmerInnen erörterten.

„ACTIV – Anerkennung, Chancengleichheit und Teilhabe in der Vielfaltsgesellschaft.“
Prof. Naika Foroutan

Am Abend referierte Prof. Dr. Naika Foroutan, Direktorin des Berliner Instituts für Integration- und Migrationsforschung BIM zum Thema „Das Versprechen der pluralen Demokratie“. Am Ende ihres Vortrags betonte Frau Prof. Foroutan, für das Zusammenleben in einer vielfältigen postmigrantischen Gesellschaft müsse man sich nur das Akronym ACTIV merken: Es geht um Anerkennung, Chancengleichheit und Teilhabe in der Vielfaltsgesellschaft. Die anschließende Diskussion wurde von Kai Unzicker, Senior Project Manager der Bertelsmann Stiftung moderiert.

Hier finden Sie mehr zur Interkulturellen Woche.

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