Europa strebt eine stärkere Rolle im Weltraum an. Damit reagiert es auf Sicherheitsbedenken nach der Vollinvasion Russlands in der Ukraine, Kapazitätslücken in den europäischen Streitkräften und Unsicherheiten hinsichtlich der Weltraum- und Bündnispolitik der USA. Gleichzeitig wird der Weltraum zunehmend kommerzialisiert. Europa ermutigt private Akteure zum Markteintritt und verlagert damit die Rolle des Staates vom Betreiber zum Kunden. Der Aufbau robuster Weltraumkapazitäten unter diesen Bedingungen erfordert die Bewältigung einer Reihe konkurrierender Ziele. Drei Hauptkonflikte bestimmen die Herausforderung: Souveränität versus Geschwindigkeit, Dynamik des Privatsektors versus regulatorische Ambitionen und Gestaltung des Ökosystems versus Investitionspräferenzen.
Um das derzeit günstige Finanzierungsumfeld in dauerhafte Fähigkeitssteigerungen umzusetzen, sollte Europa eine zweigleisige Beschaffungsstrategie verfolgen, die dringende Leistungsanforderungen mit langfristiger industrieller Souveränität in Einklang bringt, die Kommerzialisierung zum Hauptmotor des Ökosystemwachstums macht und die industrielle Basis Europas durch gezielte „Buy European“-Maßnahmen, selektive Konsolidierung, wo erforderlich, und neue Finanzinstrumente stärkt und erhält.


