Satellite

Zeit gewinnen, Souveränität aufbauen: Europas kommerzielle Weltraumambitionen in strategische Fähigkeiten umwandeln

Europa strebt eine stärkere Rolle im Weltraum an, um auf Sicherheitsbedenken nach dem vollständigen Einmarsch Russlands in die Ukraine, auf Kapazitätslücken in den europäischen Streitkräften und auf Unsicherheiten hinsichtlich der Weltraum- und Bündnispolitik der USA zu reagieren. Gleichzeitig wird der Weltraum zunehmend kommerzialisiert. Der Aufbau robuster Weltraumkapazitäten unter diesen Bedingungen erfordert die Bewältigung einer Reihe konkurrierender Ziele.

Foto Torben Schütz
Torben Schütz

Inhalt

Europa strebt eine stärkere Rolle im Weltraum an. Damit reagiert es auf Sicherheitsbedenken nach der Vollinvasion Russlands in der Ukraine, Kapazitätslücken in den europäischen Streitkräften und Unsicherheiten hinsichtlich der Weltraum- und Bündnispolitik der USA. Gleichzeitig wird der Weltraum zunehmend kommerzialisiert. Europa ermutigt private Akteure zum Markteintritt und verlagert damit die Rolle des Staates vom Betreiber zum Kunden. Der Aufbau robuster Weltraumkapazitäten unter diesen Bedingungen erfordert die Bewältigung einer Reihe konkurrierender Ziele. Drei Hauptkonflikte bestimmen die Herausforderung: Souveränität versus Geschwindigkeit, Dynamik des Privatsektors versus regulatorische Ambitionen und Gestaltung des Ökosystems versus Investitionspräferenzen.

Um das derzeit günstige Finanzierungsumfeld in dauerhafte Fähigkeitssteigerungen umzusetzen, sollte Europa eine zweigleisige Beschaffungsstrategie verfolgen, die dringende Leistungsanforderungen mit langfristiger industrieller Souveränität in Einklang bringt, die Kommerzialisierung zum Hauptmotor des Ökosystemwachstums macht und die industrielle Basis Europas durch gezielte „Buy European“-Maßnahmen, selektive Konsolidierung, wo erforderlich, und neue Finanzinstrumente stärkt und erhält. 

 

Policy Paper