Hände halten Tablet vor spanischem Hintergrund.
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Spanien: Regionale Vorreiter

Spanien gehört wegen seiner fortschrittlichen regionalen digitalen Gesundheitssysteme zur Spitzengruppe des Digital-Health-Rankings. Der Fall zeigt, wie ein stark regionalisiertes System seine Stärken ausnutzt und den Durchbruch auf nationaler Ebene nicht zuletzt dem politischen Engagement der Gesundheitsministerin zu verdanken hat.

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Spaniens Wirtschaftskraft ist seit der letzten Finanzkrise wieder auf stabilem Kurs. Und in Sachen Digitalisierung im Gesundheitswesen schafft es das Land sogar unter die Top 5 des Digital-Health-Rankings. Besonders einzelne Regionen wie etwa Andalusien haben sich im internationalen Vergleich zu absoluten Vorreitern entwickelt.

Bemerkenswert ist, dass Spanien als einziges Land neben Deutschland, über keine nationale Agentur oder Einrichtung verfügt, die Digital-Health-Projekte koordiniert oder beratend begleitet. Stattdessen nutzt das Land die Stärken des denzentralen Systems: Jede der spanischen Regionen verfügt über Behörden, die den Ausbau von Digital-Health-Projekten verantworten und koordinieren - mit einem eigens dafür bereitgestelltem Budget.

Und so hat jede Region eine elektronische Patientenakte (ePA), aus der automatisch ein gesetzlich festgelegter Minimaldatensatz extrahiert wird. Diese Patientenkurzakte ist national austauschbar. Zudem können die regionalen ePA-Systeme mit nationalen Gesundheitsregistern interagieren, um beispielsweise die Versorgung von chronisch Kranken national zu koordinieren.

Führend in diesem Bereich sind neben Andalusien vor allem Katalonien, das Baskenland und Valencia. Für die Einrichtung einer ePA sowie den Zugang von Ärzten darauf ist gesetzlich keine ausdrückliche Zustimmung des Patienten erforderlich. Vielmehr erteilt der Patient durch die Beantragung einer Arztkonsultation automatisch die implizite Einwilligung für die Akte.

Strategie

Seit 2000 hat Spanien bereits drei Pläne zur nationalen E-Government-Strategie verabschiedet. Darin waren auch Pläne für die Digitalisierung des Gesundheitswesens verankert - etwa die landesweite Implementierung von Patientenkurzakten und E-Rezepten, ein System zur Vereinbarung von Sprechstunden und die Einführung von Patientenportalen. 2009 bis 2015 hatte die Zentralregierung insgesamt 196 Millionen Euro in die Projekte investiert. Seit 2015 gibt es keine einheitliche nationale Strategie mehr. Sie wurde durch die „Digital Agenda for Europe 2015-2020“ als Richtlinie für die weitere Entwicklung abgelöst. Fokus liegt auf der Entwicklung eines gemeinsamen ePA-Systems für das gesamte Land.

Rahmenbedingungen und regulatorische Faktoren

Spaniens System ist föderal und dezentralisiert. Eine Digital-Health-Agentur gibt es nicht, dafür hat jede Region ihre eigenen zuständigen Behörden. Nationale Projekte für Digital Health erfordern stets eine Einigung zwischen Zentralstaat und den Regionen. Für die Entwicklung der digitalen Infrastruktur gibt es sowohl nationale als auch regionale Budgets. Für die Speicherung von patientenbezogenen Daten gelten die allgemeinen Datenschutzbestimmungen. Ein Gesetz zur Regelung des nationalen 

Erfolgsfaktoren

Verschiedene Akteure des Gesundheitswesens arbeiten eng zusammen und versuchen gemeinsam Digital Health konstruktiv und effizient voranzutreiben. Das ist insbesondere dem Gestaltungswillen der ehemaligen Gesundheitsministerin Dolors Montserrat zu verdanken, die insbesondere auch die Verantwortlichen aus den Regionen an einen Tisch brachte. Ein weiterer Erfolgsfaktor: Grundlegende Standards sind in den spanischen Regionen bereits etabliert.

Weitere Informationen über den Digitalisierungsstand in Spanien stehen unten zum Download bereit.

Länderbericht Spanien

Publikation: #SmartHealthSystems: Auszug Spanien

Spanien gehört wegen seiner fortschrittlichen regionalen digitalen Gesundheitssysteme zur Spitzengruppe des Digital-Health-Rankings. Der Fall ...

Aus unserem Blog

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28. Juni 2019 / Sina Busse: Ankündigung – #FutureMedTalk am 11. Juli: „Wird das Sprechzimmer digital?“

Was in anderen Gesundheitssystemen bereits selbstverständlicher Teil des Versorgungsalltags ist, soll nun auch in Deutschland Realität werden: Telemedizin zwischen Arzt und Patient. Doch welche Behandlungsanlässe eignen sich für den „virtuellen“ Arzt-Patienten-Kontakt, welche nicht? Entsteht ein komplett neuer Versorgungssektor neben dem ambulanten und dem stationären? Wer wird künftig Anbieter von Videosprechstunden sein: der einzelne Arzt, die Kassenärztliche Vereinigung oder Unternehmen? In einer Online-Session im Rahmen der Diskursreihe #FutureMedTalk möchten wir den Blick einige Jahre in die Zukunft richten und – jenseits aktueller Umsetzungsfragen – mit Experten aus der Praxis diskutieren, wie sich das Feld der digitalen Fernbehandlung entwickeln wird. Die Session ist offen für alle Interessierten.