Drei Geschäftsleute, eine junge Frau, ein junger Mann und ein älterer Herr unterhalten sich auf dem Aussichtsbalkon eines Konzerngebäudes
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Projektbeschreibung: Demografieresilienz und Teilhabe

Wir zeigen auf, wie Effekte der Bevölkerungsalterung zwischen Systemen und Infrastrukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge interagieren und kumulieren. Darauf aufbauend erarbeiten wir Lösungskonzepte, die dem multiplen Handlungsdruck im demografischen Wandel  Rechnung tragen und auf mehrere Versorgungssysteme stabilisierend wirken. 

Die Bevölkerungsalterung ist derzeit der Haupttreiber des demografischen Wandels in Deutschland: Sie wird sich trotz der gestiegenen Geburten- und Zuwanderungszahlen bis 2035 stark beschleunigen und auch anschließend voraussichtlich nicht wieder zurückgehen. Der Bedarf an öffentlichen Versorgungsleistungen wie z.B. Pflege, Rente oder Pensionen nimmt dadurch stark zu. Gleichzeitig brechen durch weniger Beitrags-, Steuerzahler und Fachkräfte die Funktionsgrundlagen des Wohlfahrtsstaates weg und entstehen negative Folgen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. 

Eine der größten Herausforderungen des demografischen Wandels liegt darin, dass die Folgen der Bevölkerungsalterung in den Versorgungssystemen und -infrastrukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge – z.B. im Renten-, Gesundheits- oder Pflegesystem – parallel zueinander auftreten werden und sich gegenseitig verschärfen. Um vor diesem Hintergrund auch in Zukunft soziale und wirtschaftliche Teilhabe generationenübergreifend und für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, müssen diese Systeme demografieresilient gemacht, d.h. den Anforderungen des demografischen Alterungsprozesses entsprechend angepasst und durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen stabilisiert werden.

Die anhaltende ökonomische Hochphase in Deutschland scheint dagegen derzeit die absehbaren strukturellen Herausforderungen zu überdecken, die aus der beschleunigte Bevölkerungsalterung in den kommenden Jahrzehnten erwachsen werden. Geplante Reformen wie etwa die „doppelte Haltelinie“ vermitteln zudem den Eindruck trügerischer Sicherheit, obwohl notwendige und langfristig wirkende Reformen längst hätten in die Wege geleitet werden müssen.

Für kumulative Effekte und multiplen Handlungsdruck sensibilisieren

Ziel des Projektes Demografieresilienz und Teilhabe ist es, Politik und Gesellschaft noch stärker für die kumulativen Effekte der Bevölkerungsalterung und für den daraus resultierenden multiplen Handlungsdruck zu sensibilisieren. Unseren Fokus richten wir auf das Zusammenwirken von Finanzierungs- und personellen Versorgungsengpässen bzw. -lücken in den Bereiche Rente, Pensionen, Steuereinnahmen, Pflege, Gesundheit, Bildung, öffentliche Sicherheit und Wohnen. Denn diese Systeme bedingen nicht nur in wesentlichem Maße soziale und wirtschaftliche Teilhabechancen des Einzelnen in allen Lebensaltern, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in den demokratischen Wohlfahrtsstaat.   

In qualitativen und quantitativen Studien sowie in vielfältigen Kommunikationsformaten zeigen wir auf, wie die demografiegetriebenen Herausforderungen in diesen Systemen in der Summe zusammenwirken, welche Einflüsse Globalisierung und Digitalisierung auf diese Entwicklungen nehmen können und was daraus für Bund, Länder sowie für individuelle Teilhabechancen folgt.

Synergieeffekte zur Schaffung von Lösungskonzepten nutzen

Auf dieser Basis entwickeln wir mit Stakeholdern aus der Politik, Verwaltung und Wissenschaft zeitlich koordinierte politische Lösungskonzepte und -strategien, die übergreifend, d.h. auf mehrere Systeme der öffentlichen Daseinsvorsorge stabilisierend wirken. Das Projekt möchte dadurch auch einen Beitrag leisten, um das im demografischen Umfeld vorherrschende „Silo-Denken bzw. -Handeln“ ein Stück weit zu überwinden, und Synergieeffekte zwischen verschiedenen Lösungsansätzen und -feldern nutzen.

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