Anders als klassische Auszeichnungen für einzelne Projekte oder innovative Einzelmaßnahmen würdigt der Change Learning Award Vorhaben, die Veränderung systemisch denken und gestalten. Im Fokus stehen Ansätze, die Menschen und Organisationen zusammenbringen, neue Formen der Kooperation schaffen und langfristige Lern- und Entwicklungsprozesse ermöglichen.
Markus Altmann
Erster Change Learning Award verliehen: Wie nachhaltige Veränderung im Schulsystem gelingen kann
Mit dem erstmals vergebenen Change Learning Award wurden auf dem Creative Bureaucracy Festival in Berlin zwei Netzwerke ausgezeichnet, die beispielhaft zeigen, wie nachhaltige Veränderung im Bildungssystem gelingen kann: das Netzwerkprojekt LuPe² aus Nordrhein-Westfalen und das Bildungsland Sachsen 2030. Beide stehen für einen systemischen Ansatz, der Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und langfristige Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.
Inhalt
Zwei Preisträger, ein gemeinsames Ziel
Das Netzwerk LuPe² des Instituts für zeitgemäße Prüfungskultur verbindet Schulen, Schulaufsicht und Wissenschaft, um gemeinsam neue Wege des Lernens und Prüfens zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Kompetenzen und die Frage, wie Prüfungen Lernprozesse besser unterstützen können.
Einen anderen, aber ebenso systemischen Ansatz verfolgt Bildungsland Sachsen 2030 des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess arbeiteten Akteur:innen aus Politik und Verwaltung, Schulen, Kommunen, Zivilgesellschaft sowie Eltern und Schüler:innen gemeinsam an einer zukunftsorientierten Vision für Bildung in Sachsen.
Gemeinsam über Veränderung lernen
In der Session vor der Preisverleihung diskutierten Patricia Drewes und David Tepaße (LuPe²) sowie Matthias Böhme und Martina Adler (Bildungsland Sachsen 2030) gemeinsam mit der Bildungsexpertin Anne Sliwka darüber, welche Voraussetzungen nachhaltige Veränderungsprozesse im Bildungssystem benötigen.
Im Mittelpunkt standen Fragen, die viele Bildungsakteur:innen beschäftigen: Wie gelingt wirksame Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg? Welche Bedingungen fördern nachhaltige Entwicklung? Und wie können Veränderungen so gestaltet werden, dass sie langfristig Wirkung entfalten?
Das Creative Bureaucracy Festival bot dafür den passenden Rahmen. Wie der Change Learning Award steht auch das Festival für die Überzeugung, dass nachhaltige Veränderung dort entsteht, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, voneinander lernen und über Organisationsgrenzen hinweg zusammenarbeiten.
Besonders deutlich wurde dabei die Vision eines lernenden Schulsystems. Lernen wird dabei nicht allein als Aufgabe von Schüler:innen verstanden. Auch Schulen, Schulaufsicht, Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft entwickeln sich kontinuierlich weiter und lernen gemeinsam. Die beiden ausgezeichneten Vorhaben zeigen, wie solche Lernprozesse angestoßen und dauerhaft im System verankert werden können.
Vertrauen, Zusammenarbeit und Ausdauer als Schlüssel
Eine zentrale Erkenntnis der Diskussion: Es gibt keinen einzelnen Hebel für nachhaltige Veränderung im Schulsystem. Erfolgreicher Wandel entsteht vielmehr durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Immer wieder wurde die Bedeutung von Vertrauen hervorgehoben. Nachhaltige Veränderung braucht tragfähige Beziehungen, offene Kommunikation und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Sie gelingt dort, wo Menschen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Ebenso wichtig ist Ausdauer. Viele Entwicklungen im Bildungsbereich entfalten ihre Wirkung erst über längere Zeiträume. Veränderungsprozesse müssen deshalb kontinuierlich begleitet, weiterentwickelt und auch in schwierigen Phasen fortgeführt werden.
Die Erfahrungen der beiden Preisträger:innen zeigen, dass nachhaltige Entwicklung vor allem dort gelingt, wo gemeinsame Ziele entstehen und Räume für echte Zusammenarbeit geschaffen werden.
Mehr als eine Auszeichnung
Mit der Verleihung des Change Learning Awards endet der gemeinsame Lernprozess nicht. Vielmehr soll die Zusammenarbeit mit den ausgezeichneten Vorhaben und weiteren engagierten Akteur:innen fortgesetzt werden. Ziel ist es, Erfahrungen zu teilen, erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln und Erkenntnisse für andere Kontexte nutzbar zu machen.
So können wirksame Ideen und Arbeitsweisen schrittweise in die Breite getragen und nachhaltige Veränderungsprozesse im Bildungssystem gestärkt werden.
Change Learning gratuliert LuPe² und Bildungsland Sachsen 2030 herzlich zur Auszeichnung und freut sich darauf, den gemeinsamen Lern- und Veränderungsprozess fortzusetzen.


