Marktplatz
Vanessa Broch

Gute Geschäfte mit der Marktplatz-Methode:

Die Marktplatz-Methode bringt Unternehmen und gemeinnützige Organisationen aus einer Stadt für zwei Stunden für eine ungewöhnliche Begegnung zusammen. Wie auf einem Markt treffen hier Angebot und Nachfrage aufeinander und es werden gemeinsame Projekte vereinbart. Den Formen des Engagements sind dabei keine Grenzen gesetzt, nur Geld ist tabu. In mehr als 100 Kommunen wurden mit der Marktplatz-Methode bereits über 25.000 Kooperationen zwischen der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft für das Gemeinwesen verwirklicht.

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Ein erfolgreiches Projekt der Bertelsmann Stiftung geht in die Unabhängigkeit

Learn - Connect – Transfer

Dies ist das Resümee eines erfolgreichen Projektes. Die Bertelsmann Stiftung griff 2006 die niederländische Idee eines beursvloer (dt.: Börsenparkett) auf. Diese Idee wurde durch die Stiftung mit der Unterstützung niederländischer Partner für drei deutsche Pilotstandorten adaptiert. Im Anschluss daran hat eine Kooperation der Stiftung mit RWE und KPMG den Transfer mit dem Leitmotiv „Gute Geschäfte“ an viele Standorte organisiert. Der Erfolg dieses Transfers liegt wohl in der großen Variabilität der Methode begründet, denn womit sich die Partner unterstützen, welche Formen und Inhalte die vereinbarten Engagements haben, ist nicht reglementiert. Unternehmen unterstützen mit Sachleistungen (Räumlichkeiten, Fahrzeugen, Werkzeugen etc.), mit Personalzeit (dem unentgeltlichen Einsatz von Mitarbeitern) und mit ihrer Kompetenz (unentgeltliche fachliche Leistungen). Im Gegenzug machen die Non-Profit-Organisationen der Wirtschaft ebenso interessante Offerten. Sie bieten eine Mitwirkung bei ihren Projekten an und damit einen einzigartigen Zugang zum zivilgesellschaftlichen Leben.

Nach einer fünfjährigen Projektphase, in der nicht nur in Deutschland, sondern u.a. in Belgien, in Österreich und in Bulgarien die Marktplatz-Idee Verbreitung fand, hat eine vom Corporate-Citizenship-Netzwerk UPJ (www.upj.de) getragene Servicestelle die Idee in Deutschland zwei weitere Jahre lang konsolidiert. Zum Abschluss dieser Phase wurde im März 2016 durch die Unterstützung des Familienministeriums (www.bmfsfj.de) eine neue Webseite gelauncht. Insbesondere durch die dortige umfangreiche Toolbox können lokale und regionale Initiativen problemlos ihren Marktplatz eigenständig organisieren.

Die Stärke der Marktplatz-Methode zeigt sich auch in der aktuellen Situation (Frühling 2016) hinsichtlich der vielen ankommenden Flüchtlingen: Mit überschaubarem zeitlichen Aufwand, personellen und finanziellen Ressourcen kann der Marktplatz in einem relativ kurzen Zeitraum umgesetzt werden. Mit ihrem offenen und flexiblen Rahmen ist sie geeignet, schnell und unkompliziert Unternehmenskooperationen für die Hilfe und Integration geflüchteter Menschen zu aktivieren. Sie kann damit Verbindungen zwischen zum Engagement bereiten Unternehmen und Initiativen und Organisationen der Flüchtlingshilfe herstellen.

Weitere Informationen: www.gute-geschaefte.org