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Sonny Abesamis / Flickr - CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

, Studie: Warum der Euroraum neue Konvergenzziele braucht

Nach einer Ära der rapiden Angleichung begannen die europäischen Volkswirtschaften mit der Einführung des Euro, langsam wieder auseinanderzudriften. Die Währungsunion ist jedoch auf Konvergenz angewiesen, wie eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung und des Jacques Delors Instituts – Berlin erklärt.

Der Start der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion im Jahr 1999 leitete eine Trendwende ein: Kam es zuvor zu einer rapiden Angleichung der Volkswirtschaften im Euroraum, so begann mit der Einführung des Euro ein langsames Auseinanderdriften.

Die Währungsunion ist jedoch auf Konvergenz angewiesen, wie eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung und des Jacques Delors Instituts – Berlin erklärt. Die Studie zeigt, welche Konvergenz der Euroraum braucht und schlägt einfachere Konvergenzregeln und Indikatoren vor.

Von Konvergenz zu Divergenz im Euroraum. Grafik aus der Publikation "What kind of convergence does the euro area need?", veröffentlicht am 3. Dezember 2015.

Konvergenz ist dringend notwendig für den Euroraum, da alternative Anpassungsmechanismen wie beispielsweise Fiskaltransfers oder ein vollständiger Binnenmarkt fehlen. Die alten Konvergenzkriterien von Maastricht und der Stabilitäts- und Wachstumspakt greifen zu kurz, und das 2011 eingeführte Makroökonomische Ungleichgewichtsverfahren ist zu komplex, um politische Schlagkraft zu entwickeln.

Die Studie schlägt deshalb drei einfachere Konvergenzregeln vor, die im Fokus der Konvergenzanstrengungen stehen sollten:

  1. Konvergenz der Preise, gemessen als Inflationsdifferentiale im Vergleich zur durchschnittlichen Inflationsrate im Euroraum
  2. Konvergenz in der Wettbewerbsfähigkeit, gemessen in den Unterschieden der nominalen Lohnstückkosten im Vergleich zum Euroraum
  3. Konvergenz der externen Ungleichgewichte, gemessen auf Grundlage der Leistungsbilanzen
Einfachere Konvergenzziele und Indikatoren. Grafik aus der Publikation "What kind of convergence does the euro area need?", veröffentlicht am 3. Dezember 2015.

Mehr Konvergenz allein wird nicht alle Konstruktionsfehler der Währungsunion beheben können. Sie ist aber ein notwendiger Bestandteil für die Funktionsfähigkeit des Euroraums und eine Vorbedingung für zukünftige Reformen und Wachstum.

Die komplette Studie (in Englisch) finden Sie in der rechten Spalte.

Die Studie wird am 3. Dezember 2015 im Rahmen der Konferenz „Which convergence for the euro area?“ in Berlin vorgestellt. Weitere Informationen über die Veranstaltung finden Sie hier.

Diese Publikation ist Teil des gemeinsamen Forschungsprojekts der Bertelsmann Stiftung und des Jacques Delors Instituts – Berlin, „Repair and Prepare: Strengthen the euro“. Informationen über das Projekt und weitere Veröffentlichungen finden Sie auf unserer Website.

Logo "Repair and Prepare - Strengthen the euro"

Publikationen

Publikation: What kind of convergence does the euro area need?

The Economic and Monetary Union has failed to generate convergence for its member states in the area of economic performance. Since the introduction ...

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