Arne Weychardt

Das Projekt: So verstehen Patienten den Befund ihres Arztes

Was bedeutet kranial? Und was ist der Thorax? Medizinische Befunde sind in Medizinersprache verfasst. Der Online-Befunddolmetscher übersetzt und erklärt Begriffe aus Befunden so, dass Patienten sie verstehen. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Patient und Arzt zu verbessern. Denn gelungene Kommunikation ist die Voraussetzung für gute Entscheidungen in Gesundheitsfragen.

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Hintergrund: Unverständliche Fachsprache

Ärzte und andere medizinische Fachkräfte kommunizieren untereinander in einer einer eigenen Sprache - weil sie oft kürzer und vor allem präziser ist. Das "Medizinerlatein" hat jedoch ein Problem: Patienten - also diejenigen, um die es geht - verstehen die Fachsprache nicht. Vor diesem Hintergrund ist "Was hab' ich?" entstanden, eine ehrenamtliche Initiative junger Medizinstudenten. Sie übersetzen medizinische Befunde kostenfrei in leicht verständliche Sprache. Das Ziel: Patienten können aktiv mitreden, die jungen "Übersetzer" lernen für ihr späteres Berufsleben verständlich zu kommunizieren.

Angebot: Der Online-Befunddolmetscher

Da setzt der Befunddolmetscher an, den die Bertelsmann Stiftung zusammen mit "Was hab' ich?" entwickelt hat. Er überträgt das individuelle Angebot der Medizinstudenten in eine automatisierte Form: Patienten können sich in dem Online-Angebot einzelne Begriffe ihres Befundes übersetzen und erklären lassen. Die Logik: Hat ein Patient etwa einen Befund einer Computertomographie (CT) seines Bauches, erklärt der Dolmetscher die Untersuchung an sich, also die CT, den anatomischen Aufbau des Bauches und den einzelnen Fachbegriff aus dem Befund. Der Befunddolmetscher wird nach und nach ausgebaut - und Erklärungen zu immer mehr Untersuchungen und Körperregionen beinhalten.

Ziel: Bessere Entscheidungen in Gesundheitsfragen

Das Projekt will dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Patient und Arzt zu verbessern. Denn gelungene Kommunikation ist Voraussetzung für gemeinsame Entscheidungen, also das sogenannte "Shared Decision Making", in Gesundheitsfragen. Und dieses wiederum führt nachweislich zu besseren Behandlungsergebnissen sowie weniger unnötigen Therapien. Ein Patient, der seinen Arzt versteht und mit ihm gemeinsam entscheidet, ist zudem zufriedener und hält sich eher an die verabredete Therapie.

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