Unser Vorstand Brigitte Mohn und Ralph Heck gemeinsam mit Liz Mohn, Präsidentin des Ende 2021 gegründeten Liz Mohn Centers

Die Werte der Zivilgesellschaft stärken

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich in herausfordernden Zeiten für die Werte der Zivilgesellschaft ein. Sie unterstützt die Ukraine-Hilfe, fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und nimmt die Anliegen junger Menschen noch stärker in den Blick. Die Stiftung will mit ihrer Arbeit auch Ergebnissen aktueller Studien Rechnung tragen, die sie bei ihrer Jahrespressekonferenz in Gütersloh vorstellte. Diese zeigen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt sich wieder leicht verbessert hat, die Deutschen sich aber seit Beginn des Ukraine-Krieges unsicherer fühlen.

Ansprechpartner

Foto Jochen Arntz
Jochen Arntz
Vice President Media Relations

Inhalt

Eine neue Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass nur rund 20 Prozent der Deutschen sich heute so sicher fühlen wie vor dem Ausbruch des Ukra­ine-Kriegs. Fast 70 Prozent der Befragten sagen, sie hätten Sorgen, dass der Krieg auf Deutschland übergreife. Dennoch spricht sich eine deutliche Mehrheit für die Unterstützung der Ukraine aus – nur rund zehn Prozent sind dagegen. Und obwohl die Corona-Fallzahlen in die­sem Frühjahr nur langsam zurückgehen, fassen die Deutschen vorsichtig neue Zuversicht. Zwar halten im Mai noch immer knapp 80 Prozent den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland für gefährdet, das sind aber immerhin vier Prozentpunkte weniger als noch im Februar.

Diese Ergebnisse präsentierte die Bertelsmann Stiftung bei ihrer Jahrespressekonferenz 2022, an der Ralph Heck und Brigitte Mohn, die Vorstände der Bertelsmann Stiftung, sowie Liz Mohn, die Präsidentin des Liz Mohn Centers und weltweite Repräsentantin der Stiftung, teilnahmen. "Die Bertelsmann Stiftung setzt sich für ein starkes Europa, für Freiheit und Demokratie sowie für Solidarität und Menschlich­keit ein", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ralph Heck. "Die Stiftung und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein engagierter Teil der Zivilgesellschaft. Zurzeit ist die Zivilgesell­schaft in ganz Europa herausgefordert und auch wir als Bertelsmann Stiftung sind gefragt, nach Lösungen für ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit zu suchen."

Liz Mohn, die Präsidentin des Ende 2021 gegründeten Liz Mohn Centers, machte in der Jahrespressekonferenz deutlich, wie wichtig gerade jetzt der Einsatz für die Demokratie ist. "Eines dürfen wir angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht ver­gessen: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Demokratie im Westen die erfolgreichste Regie­rungsform. Wenn wir aber die Demokratie als selbstverständlich ansehen, ist dies eine Ge­fahr für die Demokratie. Sie muss sich weiterentwickeln. Sie muss fortgeschrieben werden. Sie muss vielfältiger, zeitgemäßer und zukunftsfähiger werden", sagte Liz Mohn in Gütersloh. Das Liz Mohn Center führt das gesellschaftliche Engagement von Liz Mohn aus der Bertelsmann Stiftung fort, um ihre vielfältige Expertise und ihr internationales Netzwerk zu sichern. ­Das Center konzentriert sich auf die vier Themenbereiche "International Relations", "Future Leadership", "Power of Culture" und den neuen Schwerpunkt "Global Talents", der die junge Generation in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und der Persönlichkeitsentwicklung fördern will.

Hilfe für die Ukraine

Die Bertelsmann Stiftung engagiert sich im Bündnis Alliance4Ukraine und unterstützt Schu­len bei der Aufnahme und dem Digitalunterricht ukrainischer Schülerinnen und Schüler. Au­ßerdem fördert sie Hilfsprogramme der Bürgerstiftungen und hat ein Stiftungsprojekt mit dem Titel "Kommunen in der Ukrainekrise stärken" aufgesetzt, in dem Expertinnen und Experten Hilfe bei der Integration der Flüchtlinge leisten.

"Wir stehen in Deutschland und der Welt vor immer komplexer werdenden Herausforderun­gen: der Krieg in der Ukraine, der Klimawandel, globale Pandemien, die Alterung der Gesell­schaft, die Digitalisierung aller Lebensbereiche, schlicht die Schaffung einer lebenswerten Welt für die nächste Generation – dafür gilt es Lösungen zu erdenken, zu entwickeln und zu erproben", erklärte Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Stiftung. Es geht um eine umfas­sende und globale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Lebensweise. Der Schlüssel dazu heißt Innovation. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet daran, die Innovationskraft in Deutschland und Europa zu stärken.

Erfolgreich abgeschlossener Strategieprozess

Um auf die aktuellen Herausforderungen der Zivilgesellschaft noch besser reagieren zu kön­nen, hat die Bertelsmann Stiftung ihre Projekte nach einem Strategieprozess in sechs gro­ßen Programmen zusammengeführt. Die neuen Programme lauten: Demokratie und Zusam­menhalt, Europas Zukunft, Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft, Digitalisierung und Gemein­wohl, Bildung und Next Generation sowie Gesundheit.

Zur zukünftigen Arbeit der Stiftung erklärte Ralph Heck: "Wir möchten mit unserer Strategie vor allem die Anliegen junger Menschen noch stärker in den Blick nehmen. Junge Menschen fühlen sich von den Schulen nicht gut auf ihr Leben vorbereitet. Das wollen wir ändern. Ganz besonders mit der Arbeit in unserem neuen Programm 'Bildung und Next Generation'. Weitere neue Schwerpunkte sind der Nutzen der Digitalisierung für das Gemeinwohl sowie die Gestaltung einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Wirtschaft. Wir haben das Thema 'Nachhaltigkeit' in unsere Arbeit aufgenommen, es ist für mich ein wesentlicher Inhalt all unserer Arbeiten."

Seit ihrer Gründung vor 45 Jahren hat die Bertelsmann Stiftung rund 1,8 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2021 hat sie für ihre Arbeit 66 Millionen Euro aufgewendet. Für die Stiftung arbeiten 326 Mitarbeiter:innen an den Standorten Gütersloh, Berlin, Brüssel, Washington und Barcelona.