Eine junge Frau sitzt konzentriert im Schulunterricht, hält einen Füller in der rechten Hand und liest etwas von der Tafel ab. Im Hintergrund sieht man zwei ihrer Mitschüler.
Veit Mette

Am heutigen Dienstag treffen sich in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin rund 100 Experten aus Bildungsverwaltung und -politik, Bildungsprogrammen, Wissenschaft und Stiftungswesen in Berlin, um das Startzeichen für ein bundesweites Bildungsbündnis zu setzen. Mitveranstalter des ersten Treffens sind neben unserer Stiftung die Heinrich Böll Stiftung und Makista – Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie.

Anlass sind die großen Herausforderungen, denen sich die Demokratie aktuell gegenübergestellt sieht, wie die Zunahme rechtspopulistischer und rechtextremer Haltungen, die wachsende Abkehr vom europäischen Gedanken oder die Herausforderungen durch die Integration hunderttausender geflohener Menschen.

Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik werden alle zivilgesellschaftlichen Akteure der Demokratiebildung aufgerufen, sich dem Bündnis anzuschließen, um die großen Herausforderungen und Aufgaben im Verbund anzugehen. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Initiative, die geprägt ist von Kooperation, gemeinsamem Wirken und der Einbeziehung aller Akteure.

Konzentration auf vier Themenfelder

Bei der Entwicklungskonferenz stehen vier verwandte Themenfelder im Fokus, die jungen Menschen wesentliche Fundamente für ein demokratisches, friedliches, wertschätzendes und den Globus erhaltendes Zusammenleben vermitteln und sie zugleich gegen Gewalt, Extremismus und Menschenfeindlichkeit stärken möchten: Demokratiepädagogik, Kinderrechtebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Bildung. Erstmals werden diese Bildungsansätze und Netzwerke in einer Konferenz zusammengeführt, überschneidende Ziele ausgelotet und gemeinsame Aktivitäten im Rahmen einer konzertierten Bündnisinitiative vereinbart.

Die Initiative wird bereits durch drei große Bildungsstiftungen und drei Landesbildungsministerien gefördert beziehungsweise unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Schritt für Schritt alle Bundesländer und alle wesentlichen Akteure in der Demokratiebildung im Rahmen des Bündnisses für mehr Kooperation und gemeinsames Wirken zu gewinnen.

Zusatzinformation

Mitveranstalter der "Entwicklungskonferenz" sind neben unserer Stiftung die Heinrich Böll Stiftung und Makista – Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie. Gefördert wird die Veranstaltung und Initiative von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator, dem Hessischen Kultusministerium, dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem ptz Stuttgart.

Die Entwicklungskonferenz stellt das zweite große Bündnisvorhaben der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik dar: erst am 6. November wurde unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Landesbündnis Rheinland-Pfalz "Demokratie gewinnt!" begründet. Weitere Demokratiebildungsbündnisse sind für das Jahr 2018 in Vorbereitung.