Israelische und deutsche Flagge wehen nebeneinander im Wind.
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, TV-Dokumentation: Eine komplexe Beziehung

Vor dem Hintergrund der Shoah verbindet Deutschland und Israel ein besonderes Verhältnis. Eine Dokumentation des israelischen TV-Senders Channel 10 beleuchtet wesentliche Facetten der deutsch-israelischen Beziehungen im Jahr 2015 und stützt sich auch auf Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung.

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2015 jähren sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum 70ten Mal. Außerdem begehen die Bundesrepublik Deutschland und Israel den fünfzigsten Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Vor diesem historischen Hintergrund nimmt die fünfteilige Dokumentation "Der Deutschland-Komplex" des israelischen TV-Senders Channel 10 die deutsch-israelischen Beziehungen in den Blick. Dabei werden auch Ergebnisse der Studie "Deutschland und Israel heute. Verbindende Vergangenheit, trennende Gegenwart?" der Bertelsmann Stiftung miteinbezogen. Gedreht wurde überwiegend in Deutschland – unter anderem in Berlin, Leipzig, Hannover und München.

Die Dokumentation blickt eingangs auf die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel vor 50 Jahren zurück. Sie geht dann der Frage nach, ob sich die Deutschen 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen wollen. Im Anschluss werden drei Deutsche begleitet, die sich aus unterschiedlichen Motiven heraus für den deutsch-israelischen Dialog einsetzen. Danach erfolgt ein Blick auf das Judentum in Deutschland. Am Beispiel der jüdischen Gemeinden in Hannover und München werden der Alltag und die Zukunft jüdischen Lebens in der Bundesrepublik thematisiert, aber auch, wie dem Antisemitismus hierzulande begegnet werden kann. Ein weiterer Abschnitt der Dokumentation behandelt das Phänomen Deutschland als beliebtes Zielland von Israelis. Seit Jahren zieht es tausende Israelis in die Bundesrepublik – ob zum Urlaub oder, um hier zu arbeiten und zu leben. In Berlin und München sind sogar prosperierende israelische Gemeinden entstanden. Was treibt diese Menschen an? Spielt für sie die Geschichte noch eine Rolle? Zum Abschluss wendet sich die Dokumentation den persönlichen Geschichten dreier deutsch-israelischer Paare zu. Wie stehen sie zum besonderen Verhältnis ihrer Heimatstaaten? Beeinflusst die Vergangenheit ihre Beziehung?

In der Dokumentation kommen unter anderem der Bundesaußenminister a.D. Joschka Fischer, die ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland Avi Primor und Shimon Stein, Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sowie Lea Rosh, Mitinitiatorin des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, zu Wort.

Diskussionsreihe zum Thema "50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen"

Seit Reinhard Mohns Israel-Reise im Jahr 1979 setzt sich die Bertelsmann Stiftung mit Projekten und Veranstaltungen für die deutsch-israelischen Beziehungen ein und fördert das freundschaftliche Verhältnis beider Staaten. Anlässlich des Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel veranstalten Deutschlandradio und die Bertelsmann Stiftung in diesem Jahr eine dreiteilige Diskussionsreihe. Die dritte Veranstaltung zum Thema "Freundschaft verpflichtet - 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen" findet am 27. April in der Bertelsmann-Repräsentanz "Unter den Linden 1" in Berlin statt.

Podiumsdiskussion von Deutschlandradio und Bertelsmann Stiftung am 23. März in Berlin zum Thema "Neuer Exodus - Was zieht Israelis nach Berlin?" Von links nach rechts: Ofer Waldman, Yael Kupferberg, Hans-Joachim Wiese, Iris Hefets und Dekel Peretz. (Foto: Sebastian Pfütze)

Im aktuellen change Magazin der Bertelsmann Stiftung wirft Sebastian Engelbrecht mit seinem Artikel "Faszination und Freundschaft" außerdem einen Blick auf 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen.

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