2016 (PDF)

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Leseprobe

Diese Studie widmet sich den aktuellen innermuslimischen Diskussionen über diese und andere Fragen rund um die Vereinbarkeit islamischer Normen mit dem Leben in mehrheitlich nicht-muslimischen Ländern. Entgegen weit verbreiteter Vorurteile zeigt dieser Einblick in das breite Spektrum muslimischer Stimmen, dass die Mehrzahl der an diesem Diskurs beteiligten prominenten Gelehrten und Intellektuellen weder proklamiert, hierzulande „islamisches Recht“ einzuführen, noch davon ausgeht, dass ein Leben gemäß islamischer Werte und Normen inkompatibel sei mit den rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen europäischer Staaten. Ganz im Gegenteil hat eine wachsende Zahl muslimischer Vertreter in den vergangenen Jahren zum Ausdruck gebracht, dass westliche Länder sogar „islamischer“ seien als viele nicht-demokratisch regierte, mehrheitlich muslimische Staaten, da es Muslimen in Europa und Nordamerika viel eher möglich sei, ihren Glauben zu praktizieren, in Sicherheit zu leben und islamische Werte zu verwirklichen.