1. Auflage 2017, 44 Seiten (PDF)

DOI 10.11586/2017027

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Leseprobe

Algorithmische Prozesse beobachten und bewerten in vielen Lebensbereichen Menschen und ihr Verhalten: In Autos die Fahrweise für Versicherungen, in Wohnvierteln die Einbruchshäufigkeit für die Einsatzplanung der Polizei. Die Autoren der Expertise, Kilian Vieth und Ben Wagner, stellen ein Instrument vor, mit dem sich die potenzielle Wirkung solcher algorithmischer Prozesse auf Teilhabechancen vergleichen lässt. Das Wirkungspotenzial lässt sich mit der Methode anhand von sieben unabhängigen Merkmalen bestimmen. Dazu dient ein strukturierter Fragenkatalog, der anders als intuitive Einschätzungen konsistent auf unterschiedliche Fälle anwendbar ist. Es geht dabei nicht um die Güte der Verfahren an sich, sondern um eine relative Beurteilung ihrer potenziellen Wirkung auf Teilhabe, gleich ob positiv oder negativ. Je höher diese ausfällt, desto größer müssen Anforderungen und Anstrengungen ausfallen, damit positive Effekte ausgeschöpft und negative Effekte, etwa Diskriminierung durch algorithmische Prozesse, verhindert werden.