Herausforderungen und Reformimpulse für den Übergangssektor aus Sicht von Leitungen, Fachkräften und jungen Menschen
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Helen Renk, Naemi Johanning, Bertelsmann Stiftung, Andreas Knoke-Wentorf, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, Dr. Elisabeth Aram, Thomas Verlage, involas Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH
Drei Perspektiven – eine Vision
- Ausgabeart
- Erscheinungstermin
- 23.06.2026
- DOI
- 10.11586/2026061
- Auflage
- 1. Auflage
- Umfang/Format
- 21 Seiten, PDF
Format
-
PDF
Preis
kostenlos
Beschreibung
Der Übergangssektor umfasst eine Vielzahl an Angeboten und Maßnahmen für junge Menschen, denen der direkte Einstieg in eine Ausbildung nach der Schule nicht gelungen ist. Sie sollen jungen Menschen helfen, sich beruflich zu orientieren, ausbildungsrelevante Kompetenzen zu erwerben und damit den Weg in eine betriebliche oder schulische Ausbildung ermöglichen. Allerdings gelingt nur etwa zwei Drittel der jungen Menschen innerhalb von drei Jahren der Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung. Eine Reform des Übergangssektors wird seit Jahren gefordert.
Es existieren bereits eine Reihe an Vorschlägen zur Verbesserung des Übergangssektors.
Mit der gemeinsamen Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung erweitern wird die Debatte um drei praxisnahe Perspektiven, indem wir fragen:
- Wie erleben junge Menschen Angebote im Übergangssektor?
- Welche Herausforderungen identifizieren Fachkräfte?
- Und welche strukturellen Veränderungen halten Leitungen für notwendig?
Grundlage sind Workshops mit Leitungen und Fachkräften sowie Gruppeninterviews mit jungen Menschen. Sie berichten, was den Übergang in Ausbildung erschwert, welche Lösungsansätze sie sehen und wie ein besseres System aussehen könnte.
Die Ergebnisse zeigen: Der Übergangssektor braucht verlässliche Strukturen für eine individuelle Begleitung und flexible Übergangswege, die weniger auf den Abschluss einzelner Maßnahmen und stärker den tatsächlichen Übergang in Ausbildung fokussieren. Junge Menschen wünschen sich frühere, praxisnahe Berufsorientierung, Unterstützung im Bewerbungsprozess und kontinuierliche Ansprechpersonen. Fachkräfte benötigen stabile Rahmenbedingungen, mehr Zeit für die Arbeit mit jungen Menschen und weniger Bürokratie. Leitungen betonen, wie wichtig klare Steuerung, langfristige Finanzierung und bessere Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen ist.
Mehr gelingende Übergang in Ausbildung sind nicht nur eine Frage der Vorbereitung und Qualifikation junger Menschen – auch das Unterstützungssystem muss sich verändern. Nötig sind flexible Angebote, die sich an den individuellen Bedarfen junger Menschen orientieren, Erprobungsräume ohne Leistungsdruck, psychosoziale Unterstützung und eine stärkere Einbindung von Betrieben. Ziel ist ein Übergangssystem, das Jugendliche nicht in Warteschleifen hält, sondern sie stärkt, begleitet und faire Wege in Ausbildung eröffnet.


