Angebot und Nachfrage von betrieblichen Zusatzleistungen im Ausbildungsmarketing
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Franziska Arndt | Dirk Werner, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. Daniel Bensel | Helen Renk | Fabian Schaffer, Bertelsmann Stiftung
Mit Benefits gegen den Bewerbermangel?
- Ausgabeart
- Erscheinungstermin
- 11.03.2026
- Auflage
- 1. Auflage
- Umfang/Format
- 30 Seiten, PDF
Format
-
PDF
Preis
kostenlos
Beschreibung
Der Ausbildungsmarkt ist weiterhin von massiven Passungsproblemen geprägt: zuletzt konnten 84.000 ausbildungsinteressierte Jugendliche nicht vermittelt werden, während gleichzeitig über 54.000 Ausbildungsplätze unbesetzt blieben. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden und werben deshalb intensiver um Nachwuchs – zunehmend auch mit freiwilligen Zusatzleistungen, sogenannten Benefits.
Benefit-Boom
Von 2019 bis 2025 hat sich die Nennung verschiedener Zusatzleistungen - vom Urlaubsgeld bis zu betrieblichen Gesundheitsangeboten - verdrei- oder vervierfacht. Dieser Trend zeigt sich nicht nur in Ausbildungsstellen – auch in anderen Arbeitsmarktsegmenten wird deutlich häufiger mit Benefits geworben. Das heißt, allein über die Menge an Benefits können sich Ausbildungsangebote gegenüber beispielsweise Helferjobs nur begrenzt abheben. Wichtiger ist, welche Leistungen angeboten werden und dass sie Teil einer umfassenden, zielgruppengerechten Marketingstrategie sind.
Was junge Menschen wollen: Geldwerte Leistungen, Weiterbildung, Altersvorsorge
Aus einer repräsentativen Befragung junger Menschen (14 bis 25 Jahre) wird deutlich: Benefits können eine Ausbildungsstelle attraktiver machen. Besonders wichtig sind aus Sicht der jungen Menschen geldwerte Leistungen (z. B. Weihnachts-/Urlaubsgeld, Mobilitätszuschüsse), Weiterbildungsmöglichkeiten und Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge.
Gleichzeitig zeigt sich eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Während etwa die Hälfte der jungen Menschen entgeltähnliche Zusatzleistungen als sehr wichtig bewertet, führt nur knapp jede vierte Ausbildungsanzeige eine jährliche Sonderzahlung in Form von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld auf. Jobticket und vermögenswirksame Leistungen werden nur in gut jeder zehnten Anzeige beworben. Bei der betrieblichen Altersvorsorge ist die Lücke ebenfalls groß. Vier von zehn jungen Menschen finden sie sehr wichtig, in Ausbildungsanzeigen wird sie jedoch nur in knapp jeder fünften Anzeige erwähnt.
Benefits helfen – entscheidend sind andere Faktoren
Benefits können die Attraktivität einer Ausbildungsstelle erhöhen. Im Vergleich zu anderen Kriterien spielen sie im Prozess der Ausbildungssuche aber eine untergeordnete Rolle. Entscheidend für die Attraktivität einer Ausbildungsstelle sind aus Sicht junger Menschen vor allem das Betriebsklima, die Verdienstaussichten nach der Ausbildung und das inhaltliche Interesse an den Tätigkeiten.
Mehr Wirkung, wenn Benefits gezielt eingesetzt werden
Wer im Ausbildungsmarketing überzeugen will, sollte Benefits daher nicht als „Quick Fix“ verstehen, sondern als ergänzendes Element. Benefits können zur Attraktivität der Ausbildung beitragen, wenn sie zu den Bedürfnissen der Zielgruppe passen, offensiv beworben und als Baustein einer umfassenden Ausbildungsmarketingstrategie eingesetzt werden.


