Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Jörg Kohlscheen

Die gesellschaftliche Konstruktion auffälliger Kindheiten

Herausforderung und Chance für die Prävention vor Ort

  • 1. Auflage 2020, 28 Seiten (Broschur)
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Die Situation ist bekannt: Ein Kind verhält sich anders, als es sollte. Es entspricht nicht unseren bzw. den üblichen Erwartungen. Handelt es sich dabei gleich um ein frühes Zeichen von Auffälligkeit, einer Entwicklungsstörung oder gar einer dauerhaften Behinderung? Sollte man als Erziehungsberechtigte hierauf achten, aktiv werden, weitere Abklärungen in Gang setzen, frühzeitig Fördermaßnahmen einleiten? Oder vielleicht besser gelassen bleiben und die weitere Entwicklung abwarten?

Vor diesen und weiteren Fragen stehen Eltern, wenn ihnen oder anderen an ihrem Kind und seinem Verhalten etwas auffällt. Wie gehen sie damit um? Was passiert in der Familie? Was beeinflusst ihr Handeln? Und wie kommt es dazu, dass manchen Eltern nichts auffällt und/oder dass sie nicht aktiv werden, obwohl einige Anzeichen das nahelegen würden?

Viele präventive Maßnahmen zielen auf eine Förderung genau dieser Kinder
und/oder auf eine Unterstützung ihrer Eltern. Wie kann man sich aber erklären, dass manche Eltern die Dinge weiterlaufen lassen und auf solche Angebote nicht eingehen, während andere fast schon mit übertriebener Sorge reagieren und ihr Kind in eine Art „Förderschleife“ schicken? Mit diesen Fragen befasst sich der vorliegende Werkstattbericht. Der Verfasser will klären, wie es zu dem wohlbekannten Präventionsparadoxon kommt, d.h. warum gerade Kinder in Risikolagen und solche mit Auffälligkeiten seltener als andere mit präventiven Maßnahmen erreicht werden.