1. Auflage 2017, 52 Seiten (PDF)

DOI 10.11586/2017001

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Leseprobe

Der Berufsbildung kommt für die Integration der Geflüchteten eine hohe Bedeutung und Verantwortung zu, denn mehr als die Hälfte der registrierten Asylbewerber sind unter 25 Jahren, und mehr als ein Viertel sind unter 16 Jahren. Dabei ist es für die Gestaltung konkreter Konzepte und Maßnahmen mindestens ebenso bedeutsam, mit welchen Voraussetzungen die Geflüchteten nach Deutschland kommen. Im Hinblick auf Bildungsvoraussetzungen, Erwerbs- und Bildungsorientierung sowie Einstellungen ist der Personenkreis nach ersten Einschätzungen sehr heterogen. 

Bildung und Qualifizierung spielen eine wesentliche Rolle bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und damit auch in die Gesellschaft. Die hohe Zahl der neu Zugewanderten sowie deren unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen und kulturellen Hintergründe stellen die Berufliche Bildung jedoch vor große Herausforderungen, die sie mit neuen Konzepten systematisch und nachhaltig bewältigen muss. Vieles ist dabei in kurzer Zeit schon auf den Weg gebracht worden, es bedarf zugleich aber noch weiterer sozial- und bildungspolitischer Interventionen.

Die vorliegende Broschüre „Berufsausbildung in einer Einwanderungsgesellschaft - Praxis gestalten“ ermöglicht Einblicke in bereits bestehende Bildungsangebote, Konzepte und Fördermaßnahmen des Bundes und der Länder in den Bereichen Sprachförderung, Berufsvorbereitung und anerkannte Berufsausbildung. Zudem benennt sie die wesentlichen Herausforderungen und weiteren Handlungsbedarfe für eine gelingende Integration in Ausbildung. Sie bildet gleichzeitig den Abschluss der Reihe „Berufsausbildung in einer Einwanderungsgesellschaft“. Zuvor erschienen sind bereits die Titel "Hintergründe kennen – Daten, Fakten, offene Fragen" und "Position beziehen – Politische Forderungen der Initiative Chance Ausbildung“.

Mit der Initiative „Chance Ausbildung – jeder wird gebraucht!“ setzt sich die Bertelsmann Stiftung für Reformen ein, um jedem jungen Menschen die Chance auf eine berufliche Ausbildung zu eröffnen. An der Initiative beteiligen sich die Bundesagentur für Arbeit und Ministerien aus den folgenden acht Bundesländern: Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein. In einem Dialogprozess und mit wissenschaftlicher Begleitung arbeiten die Beteiligten gemeinsam an Vorschlägen für ein chancengerechteres und leistungsfähigeres System der Berufsausbildung.