Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Samuel Mühlemann, Stefan C. Wolter

Ausbildung ökonomisch betrachtet

Sieben Lektionen zu Kosten und Nutzen beruflicher Bildung aus Sicht von Unternehmen

  • 1. Auflage 2020, 32 Seiten (PDF)
  • DOI 10.11586/2019068
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Für die duale Berufsausbildung gibt es weltweit zwar großes Interesse; entsprechende Reformprozesse stoßen jedoch häufig an ihre Grenzen, wenn es darum geht, Betriebe für ein Engagement in Ausbildung zu gewinnen. Denn ein Staat kann zwar Gesetze erlassen und Rahmenbedingungen schaffen, aber ohne die – freiwillige! – betriebliche Ausbildungsbeteiligung gibt es keine duale Ausbildung. Doch wann bildet ein Unternehmen aus? 

Eine wichtige Rolle spielen die Kosten, die für das Unternehmen durch Ausbildung entstehen und der Nutzen, den es aus der Ausbildung ziehen kann. Die Bildungsökonomen Prof. Dr. Stefan C. Wolter und Prof. Dr. Samuel Mühlemann haben in den letzten Jahren in mehreren Ländern untersucht, wie sich diese Kosten und Nutzen der Ausbildung aus Sicht von Unternehmen in unterschiedlichen politischen Kontexten entwickeln. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz konnten empirische Daten auf der Basis von Betriebsbefragungen verwendet werden. Für Spanien, Italien und England kamen erstmalig Simulationsmodelle zum Einsatz. Die vorliegende Broschüre beinhaltet sieben zentrale Schlussfolgerungen aus der Gesamtschau dieser Studien.

Diese übergreifenden Lektionen sind zum einen relevant für internationale Akteure der Berufsbildungspolitik, die mit der Einführung dualer Ausbildungssysteme befasst sind. Sie können interessante Erkenntnisse mitnehmen – z. B. über die Wechselwirkungen zwischen gesetzlich geregelten Ausbildungsvergütungen und betrieblicher Ausbildungsbereitschaft –, die gerade dann wichtig sein können, wenn es um die erstmalige Gestaltung von Rahmenbedingungen für ein Berufsbildungssystem geht. 

Zum anderen kommen aber auch Akteure aus den drei deutschsprachigen Ländern mit langjährig etablierten Ausbildungssystemen buchstäblich auf ihre Kosten: So erzielen auf den ersten Blick sehr ähnliche Berufsbildungssysteme – Deutschland, Österreich und die Schweiz – keineswegs zwangsläufig auch ähnliche Kosten-Nutzen-Ergebnisse. In der Schweiz orientiert man sich offenkundig stärker an kurzfristigen Kosten-Nutzen-Effekten, wohingegen in Österreich und Deutschland auch langfristige Effekte eine wichtige Rolle spielen. 

Die Studie ist auch englischer und spanischer Sprache erschienen.