Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Prof. Dr. Horst Entorf und Philip Sieger

Unzureichende Bildung: Folgekosten durch Kriminalität

  • 1. Auflage 2010, 81 Seiten (PDF)
  • kostenlos

Bessere Bildung führt zu deutlich weniger Verbrechen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Autoren weisen darin erstmals einen kausalen Zusammenhang zwischen unzureichender Bildung und Kriminalität nach. Demnach würde die Zahl an Gewalt- und Eigentumsdelikten deutlich sinken, könnte die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss halbiert werden. Hochgerechnet auf das vergangene Jahr hätte es in diesem Fall rund 420 Fälle von Mord und Totschlag, 13.500 Raubüberfälle und 320.000 Diebstähle weniger gegeben, so die Forscher.

Welche Perspektiven hat ein Jugendlicher ohne Hauptschulabschluss heute? Er wird kaum einen Ausbildungsplatz finden, vielmehr gilt er oder sie als nicht „ausbildungsreif“ und wird nach der Schulzeit in Maßnahmen des Übergangssystems aufgenommen. Eventuell gelingt es, im Rahmen dieser Maßnahmen einen Schulabschluss nachzuholen. Als sogenannter „Altbewerber“ kann er/ sie dann erneut die Suche nach einem Ausbildungsplatz beginnen. Tatsächlich sind Jugendliche ohne Hauptschulabschluss aber besonders häufig von Ausbildungslosigkeit betroffen, werden über ihr gesamtes Berufsleben hinweg einem hohen Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt sein bzw. müssen dauerhaft von einem verhältnismäßig niedrigen Einkommen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im Ergebnis sind diese Jugendlichen auch in ihren sozialen Teilhabechancen an unserer Gesellschaft deutlich eingeschränkt.