In drei Panels, die auf den Tag verteilt waren, ging es um Geschlechterunterschiede bei politischen Einstellungen, die Rolle klassischer und digitaler Medien sowie den Blick der Gesellschaft auf junge Menschen. Dabei wurde deutlich, dass einfache Erklärungen oft zu kurz greifen. Das Erstarken autoritär-populistischer Positionen kann nicht allein durch die sozialen Medien oder jugendspezifische Einstellungen erklärt werden. Diskutiert wurde vielmehr das Zusammenspiel von politischen Sozialisationserfahrungen, gesellschaftlichen Normalisierungsprozessen und schwindenden positiven Zukunftserwartungen.
Sebastian Pfütze
„Die eine Jugend“ gibt es nicht
Fach- und Vernetzungstagung „Jugend und politischer Backlash – Ursachen verstehen, Antworten finden“
Am 2. Oktober 2026 kamen rund 115 Teilnehmende zur Fach- und Vernetzungstagung „Jugend und politischer Backlash – Ursachen verstehen, Antworten finden“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zusammen. Veranstaltet wurde die Tagung gemeinsam vom WZB, der Allianz Foundation und der Bertelsmann Stiftung. Die Veranstaltung fordert das verbreitete Narrativ heraus, dass junge Menschen eine homogene Gruppe darstellen würden. Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis sowie junge Menschen diskutierten dazu miteinander, warum autoritär-populistische Positionen auch bei Teilen der jungen Generation Unterstützung finden und wie darauf die Politik und Gesellschaft reagieren sollten.
Komplexe Ursachen statt einfacher Erklärungen
Unsere Arbeit in der Stiftung zeigt immer wieder, wie wichtig es ist, junge Menschen gesellschaftlich zu stärken und ihre Teilhabe zu fördern. Sie brauchen echte Möglichkeiten, ihre Zukunft mitzugestalten. Das stärkt auch unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Regina von Görtz
„Die eine Jugend“ gibt es nicht
Junge Menschen unterscheiden sich deutlich in ihren Lebenslagen und Einstellungen. Pauschale Generationenlabels können diese Vielfalt verdecken. Umso wichtiger sind Räume, in denen junge und ältere Menschen auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen.
Zukunft braucht Mitgestaltung
Die Diskussionen zeigten, wie eng Zukunftsperspektiven und demokratische Teilhabe miteinander verbunden sind. Junge Menschen brauchen reale Möglichkeiten, politische und gesellschaftliche Prozesse langfristig mitzugestalten. Gleichzeitig braucht es die Bereitschaft von Politik und Gesellschaft, ihnen ernsthaft zuzuhören.


