Ein Teilnehmer und zwei Teilnehmerinnen bei einer Mitmachaktion

Brücken für den Zusammenhalt: Wie sich religiöse Gemeinden und Akteure für Geflüchtete engagieren

Am 13. Juni präsentierten unterschiedliche religiöse Initiativen ihr Engagement für Geflüchtete im Rahmen eines Sommerfestes in Berlin mit 50 geladenen Gästen auf Einladung der Bertelsmann Stiftung. Neben einem breiten Angebot an Aktivitäten zum Mitmachen und Infoständen diskutierten Vertreter:innen verschiedener Organisationen im Rahmen einer Podiumsdiskussion über aktuelle Chancen und Herausforderungen bei der Hilfe für Geflüchtete.

Ansprechpartnerin

Foto Yasemin El-Menouar
Dr. Yasemin El-Menouar
Senior Expert – Religion, Werte und Gesellschaft

Content

Anlässlich des Erscheinens einer neuen Publikation zu religiösem, zivilgesellschaftlichem Engagement, die 16 Gemeinden und religiöse Organisationen und ihr Engagement für Geflüchtete porträtiert, lud die Bertelsmann Stiftung am 13. Juni 2023 zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Hintergrund ist das enorme Engagement der Menschen im Frühjahr 2022, das bereits im Jahr 2015 deutlich sichtbar geworden ist und erneut eindrucksvoll zeigt, wie viel Kraft in der Zivilgesellschaft steckt. Viele dieser Hilfsinitiativen – heute vor allem für Geflüchtete aus der Ukraine – gehen von Religionsgemeinschaften aus.

Die Autorin und Journalistin Julia Gerlach hat dieses Engagement anhand verschiedener Beispiele im Auftrag der Bertelsmann Stiftung porträtiert. Ziel der Veranstaltung war es, Engagierte aus religiösen Gemeinden und religiös geprägten Organisationen und andere Initiativen, die sich für Geflüchtete einsetzen, ins Gespräch zu bringen. Die meisten der Eingeladenen waren bereits an der Broschüre „An das Gute glauben“ der Bertelsmann Stiftung beteiligt. Die Idee war, diese Menschen, die zwar für unterschiedliche Projekte arbeiten, aber dennoch viele Gemeinsamkeiten haben, zusammenzubringen.

Das Besondere dieser Initiativen sind ihre Fähigkeiten, Brücken zu bauen

Das Besondere dieser Initiativen sind ihre Fähigkeiten, Brücken zu bauen, und zwar in verschiedene Richtungen: Brücken zwischen alter und neuer Heimat, Brücken zwischen jüdischen und muslimischen Gemeinden durch gemeinsame Initiativen, Brücken zwischen Religionsgemeinschaften und Kommunalverwaltungen, aber auch Brücken zwischen den Menschen vor Ort – über Religionsgrenzen hinweg, die hier gemeinsam helfen.

Brücken wurden auch im Rahmen des Sommerfestes gebaut: die beteiligten Initiativen lernten sich kennen bei unterschiedlichen Aktionen – wie beispielweise textiles Upcycling, einem Montanka-Workshop bis hin zu einer kreativen Web-Aktion - und vernetzten sich. Vertreten waren unter anderem das Projekt „Amal, Berlin!“, die Demokratielotsen e.V., das Willkommenscafé Dahlem, die Denkfabrik Shalom Aleikum, die Al-Nour Moschee aus Hamburg, die Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH sowie der Künstler Costa Bernstein.

Podiumsdiskussion: Claudia Breuer, Daniel Abdin, Julia Gerlach, Yasemin El-Menouar, Ulrike Kostka (von links nach rechts)

Nach zwei Stunden Austausch wurden die Fragen der Broschüre noch einmal in einem anderen Rahmen debattiert.  Bei einer Podiumsdiskussion tauschten sich Prof. Ulrike Kostka, Direktorin der Caritas im Erzbistum Berlin, Daniel Abdin von der Al-Nour Moschee in Hamburg, Claudia Breuer, Sprecherin der Stadtmission in Berlin, und Yasemin El-Menouar zu den aktuellen Chancen und Herausforderungen im Bereich des Engagements für Geflüchtete aus. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin und Autorin der Broschüre Julia Gerlach. 

Publikation

Cover An das Gute glauben

Bertelsmann Stiftung (ed.)

Im Frühjahr 2022 konnte man erneut eindrucksvoll erleben, was bereits im Jahr 2015 deutlich sichtbar geworden ist: wie viel Kraft in der Zivilgesellschaft steckt.