Die Zahl der älteren Menschen mit chronischen Leiden und Mehrfacherkrankungen nimmt zu. Viele dieser Menschen leben allein zu Hause und können sich bei leichteren Notfällen oft nicht selbst helfen. Hilfe suchen sie beim Fahrdienst der KVen oder beim Rettungsdienst. Welcher Dienst alarmiert wird, ist häufig Zufall – nicht selten werden sogar beide Dienste parallel zur Hilfe gerufen. Eine strukturierte Abstimmung zwischen beiden Systemen erfolgt nur in einem Bundesland – obwohl beide Systeme nicht nur strukturell überlastet, sondern auch sehr unterschiedlich für diese Aufgaben qualifiziert sind.
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Die Notfallversorgung von leichteren Fällen im häuslichen Umfeld kann erheblich verbessert werden
Für die Versorgung nicht zeitkritischer Notfälle gibt es eine Doppelstruktur: Diese Fälle werden heute sowohl vom Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) als auch vom Rettungsdienst versorgt. Mit Verantwortlichen und Experten aus beiden Bereichen haben wir Lösungen für eine effizientere Notfallversorgung entwickelt.
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Status quo: Doppelvorhaltung
Fachleute entwickeln Lösungskonzept
Die Bertelsmann Stiftung hat im Health Transformation Hub Vertreter beider Systeme zusammengeholt, um gemeinsam ein Lösungskonzept zu skizzieren. Profitiert haben wir dabei von den Erfahrungen aus der Region Berlin, wo es eine regelmäßige Übergabe sogenannter low code Fälle zwischen der integrierten Leitstelle der Feuerwehr und der Leitstelle der KV gibt. Und wir haben berücksichtigt, wie in der KV Niedersachsen telemedizinische Gespräche und nicht-ärztliche Gesundheitsberufe im Fahrdienst der KVen eingesetzt werden.
In einem mehrstufigen Diskussionsprozess ist ein Lösungskonzept entstanden, das die verschiedenen Perspektiven der beteiligten Akteure zusammenführt. Wenn die Versorgung diesen Ideen folgt, wäre die zukünftige Notfallversorgung sowohl effektiver als auch effizienter als das gegenwärtige System.


