Bürgerbeteiligung kann politische Entscheidungen verbessern, die demokratische Selbstwirksamkeit stärken und zu mehr Vertrauen in staatliche Institutionen beitragen. Viele Beteiligungsverfahren stoßen jedoch an Grenzen: knappe Ressourcen, hohe Zugangshürden, kaum handhabbare Mengen an Beiträgen sowie die Herausforderung, auch bei hohen Teilnehmendenzahlen einen substanziellen Dialog zu ermöglichen.
Künstliche Intelligenz (KI) kann dabei helfen, einige dieser Hürden zu überwinden, insbesondere in digitalen, aber auch in vor-Ort Beteiligungsverfahren. So nutzen Regierungen und zivilgesellschaftliche Akteure KI bereits, um Beiträge auszuwerten, Mehrsprachigkeit und mündliche Eingaben anzubieten, Bürger:innen durch Beteiligungsverfahren zu begleiten, Diskussionen zu moderieren und die Prozessbegleitung zu unterstützen.
Das Potenzial ist groß – doch KI ist kein Selbstzweck. Ihr Einsatz kann weder die politische Bereitschaft ersetzen, die Perspektiven von Bürger:innen tatsächlich zu berücksichtigen, noch demokratische Urteilsbildung und menschliche Verantwortung übernehmen. Entscheidend ist daher, wo KI Beteiligungsprozesse sinnvoll unterstützen kann und welche Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einsatz erfüllt sein müssen.


