Drei junge Menschen sind von Symbolen umgeben, die für die Wirtschaft stehen.

Für junge Menschen gehören Leistungsprinzip und Solidarität zusammen

Die 16- bis 25-Jährigen in Deutschland stehen hinter dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft: Mit großer Mehrheit sprechen sie sich dafür aus, dass eine gerechte Gesellschaft sowohl Leistung belohnen als auch für gleiche Chancen sorgen muss. Viele junge Menschen möchten außerdem wirtschaftliche Themen besser verstehen und wünschen sich dazu mehr passende Angebote – vor allem in der Schule.

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Sandra Zillinger
Project Manager

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Die jungen Menschen in Deutschland finden eine Wirtschaft gerecht, in der sowohl das Leistungsprinzip gilt als auch Bedürftige Unterstützung erhalten. In einer forsa-Befragung für unseren erstmals veröffentlichten “Young Economy Tracker” sagen 95 Prozent der 16- bis 25-Jährigen, dass sich Arbeit auszahlen soll. 89 Prozent stimmen der Aussage zu, dass alle, die im Beruf viel leisten, auch mehr verdienen sollen als andere. Zugleich halten es 97 Prozent für wichtig, diejenigen zu unterstützen, die sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern. 92 Prozent finden, dass alle die gleichen Startchancen haben sollten und 90 Prozent sind dafür, dass auch arme Menschen eine angemessene Grundversorgung erhalten.

“Junge Menschen legen genauso Wert auf die Errungenschaften des Sozialstaates wie auf den Leistungsgedanken. Ihr Bekenntnis zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft ist insbesondere angesichts der gravierenden Veränderungen, die unser Wirtschaftssystem derzeit beeinflussen, eine ermutigende Nachricht”, sagt Sandra Zillinger, unsere Expertin für Jugend und Wirtschaft.

Das Interesse junger Menschen an Wirtschaftsthemen besser nutzen

Ebenso positiv ist, dass junge Menschen mehr über Wirtschaft erfahren möchten: 90 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass wirtschaftliche Themen in der Schule eine größere Rolle spielen sollten. Am Arbeitsplatz, zum Beispiel in der betrieblichen Weiterbildung, sehen das 73 Prozent so. 71 Prozent wünschen sich mehr Angebote im öffentlichen Bereich, etwa Vortragsreihen zu Wirtschaftsthemen.

Auch eine Befragung unserer Stiftung von 10- bis 15-Jährigen aus dem Mai 2025 ergab, dass der Bedarf an finanzieller Bildung bei Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien besonders hoch ist. Somit zeigt sich der Wunsch nach früherer und praxisnaher Kompetenzvermittlung bereits in einer jüngeren Altersgruppe.

Junge Menschen blicken realistisch auf Herausforderungen, fühlen sich aber ausgegrenzt

Die Erwartungen der jungen Menschen an ihre wirtschaftliche Zukunft fallen zwiegespalten aus: Zwar geht mit 53 Prozent eine knappe Mehrheit der Befragten davon aus, dass ihre Generation bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben wird als die ihrer Eltern. Andererseits glaubt nur weniger als ein Drittel (26 Prozent), dass junge Menschen in Deutschland einen höheren Wohlstand erreichen werden als ihre Eltern. Diese Ergebnisse betten sich in die internationalen Erkenntnisse ein, dass junge Menschen besonders von digitalen, ökologischen und wirtschaftlichen Umbrüchen betroffen sind.

Mit Blick auf die Investitionen wünschen sich die jungen Menschen, dass die Bundesregierung insbesondere für Bildung (90 Prozent), für das Gesundheits- und Pflegesystem (87 Prozent) sowie die Verkehrsinfrastruktur (82 Prozent) mehr Geld ausgibt. Klimawandel und Verteidigung werden hingegen seltener genannt (62 beziehungsweise 60 Prozent). In den vertiefenden Gesprächen, die mit ausgewählten Befragten geführt wurden, fiel auf: Viele junge Menschen nehmen auch das Wohl ihrer Eltern und Großeltern in den Blick, wenn sie sich Gedanken über staatliche Investitionen machen. Ihre Möglichkeiten, sich an den gesellschaftlichen Debatten zu diesen Themen zu beteiligen, schätzen sie jedoch als gering ein: Drei Viertel der Befragten glauben nicht, dass junge Menschen bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Ein ähnliches Bild ergab bereits unsere Studie zum politischen Engagement junger Menschen vom Dezember 2024.

“Junge Menschen wollen die Wirtschaft besser verstehen, und sie möchten sich stärker in wirtschaftspolitische Diskussionen einbringen. Um das Potential junger Menschen als Mitgestalter:innen auszuschöpfen, sollte die Politik ernstgemeinte Beteiligungsformate schaffen. Arbeitgeber, Bildungsträger und die Zivilgesellschaft wiederum sind gefragt, wirtschaftliche Kompetenzen junger Menschen mit geeigneten Angeboten zu fördern”, sagt Zillinger.

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