Zwischen den Jahren 2010 und 2024 haben Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit knapp 62.000 technologische Patente im Bereich der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) angemeldet, zum Beispiel für das Recycling von Metallen und Kunststoffen oder die Herstellung von Chemieprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die erstmals eine globale Auswertung technologischer Entwicklungen auf diesem Zukunftsfeld erlaubt. Auf Deutschland entfallen dabei mit 10.700 Patenten knapp 17 Prozent der weltweiten Patentanmeldungen in dieser Zeit. Nur die Vereinigten Staaten schneiden mit 14.000 Patenten noch besser ab. Auf Rang 3 des globalen Rankings liegt Japan mit 8.600 angemeldeten Patenten. Danach folgen Frankreich, Italien und Großbritannien sowie China und Südkorea.
Diese Führungsposition Deutschlands gerät allerdings zusehends unter Druck, weil China, Südkorea und Japan stark aufholen. Sie weisen in den vergangenen Jahren eine überdurchschnittliche Dynamik bei der Patentierung von Innovationen im Feld der Kreislaufwirtschaft auf. So wurden in China im Jahr 2021 fast fünfmal so viele Patente erfolgreich angemeldet wie noch im Jahr 2010. Auch Südkorea und Japan liegen mit dreifach bzw. doppelt so hohen Patentzahlen in den Vergleichsjahren deutlich über dem Wert von Deutschland. Hier wurden im Jahr 2021 nur 1,3-mal so viele Patente wie im Jahr 2010 registriert – der geringste Wert unter den Top-Nationen. "Die Kreislaufwirtschaft ist elementar für die dauerhafte Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit, aber auch für die ökologische Transformation der deutschen und europäischen Wirtschaft", sagt unser Wirtschaftsexperte, Marc Wolinda. "Daher halten wir es für äußerst wichtig, dass sich die Bundesregierung schnell beim Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie einigt, um einen verlässlichen gesetzlichen und finanziellen Rahmen für neue Innovationsimpulse zu schaffen."


