Liz Mohn, stellevertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung steht in einem weiß-schwarzen Hosenanzug im Foyer der Stiftung.

Menschlichkeit gewinnt

Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, fordert mehr Verantwortung von Unternehmern – und einen kritischen Blick auf die wichtigsten Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

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Auf dem World Health Summit 2023 in Berlin hat die Bertelsmann Stiftung mit Vertreterinnen und Vertretern der WHO, der National Academy of Medicine, von Tech-Unternehmen und anderen Maßnahmen gegen Fehl- und Desinformationen diskutiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vereinbarten, eine starke Allianz zu schmieden, um die Grundlage für ein globales Zertifizierungssystem gegen gesundheitsbezogene Fehl- und Desinformationen zu schaffen.

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Die digitale Transformation im Gesundheitswesen geht weit über die elektronische Erfassung von Rezepten, Bescheinigungen oder Impfpässen hinaus. Sie verändert die Regeln und Rahmenbedingungen des gesamten Systems und bringt neue Akteure ins Spiel: Global agierende Tech-Unternehmen drängen mit neuen Plattformen in den europäischen Gesundheitsmarkt. Sie werden künftig Datenströme bündeln und sich über kurz oder lang zu einflussreichen Gatekeepern entwickeln. Im Projekt „Trusted Health Ecosystems” setzen wir uns für eine soziale und faire Ausgestaltung der digitalen Gesundheitsversorgung von morgen ein. Deshalb entwerfen wir die Vision einer nationalen Gesundheitsplattform, die gesundheitliche Teilhabe fördert und digitale Vertrauensräume schafft.

Dieses Video ist Teil des Gesamtkonzepts, das wir unter www.trusted-health-ecosystems.org veröffentlichen.

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Im Projekt „Trusted Health Ecosystems“ entwickeln wir ein Konzept und eine Produktvision für eine nationale Gesundheitsplattform der Zukunft. Dieses Video ist Teil des Gesamtkonzepts, das wir unter www.trusted-health-ecosystems.org veröffentlichen. Der Kernservice der Plattform soll personalisierte Informationspfade bereitstellen, die dem sich wandelnden Informationsbedarf folgen und den Umgang mit Gesundheitsinformationen erheblich erleichtern könnten. Um unsere Idee zu illustrieren, haben wir ein prototypisches Design entwickelt, das zeigt, wie die nationale Gesundheitsplattform einmal aussehen könnte.

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In einem Zeitalter, in dem Informationen im Überfluss vorhanden sind und digitale Plattformen einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu Wissen bieten, haben viele Menschen Schwierigkeiten, sich in der Informationsflut noch zurechtzufinden. In Verbindung mit dem Phänomen der sich im Netz immer schneller ausbreitenden Desinformationen entsteht ein gefährliches Gemisch, das die Gesundheitssysteme in Zukunft vor große Herausforderung stellen wird. Alexander Sängerlaub (Direktor und Co-Gründer von futur eins) spricht in diesem Video über die "schöne neue Kommunikationswelt".

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Die digitale Transformation im Gesundheitswesen geht weit über die elektronische Erfassung von Rezepten, Bescheinigungen oder Impfpässen hinaus. Sie verändert die Regeln und Rahmenbedingungen des gesamten Systems und bringt neue Akteure ins Spiel: Global agierende Tech-Unternehmen drängen mit neuen Plattformen in den europäischen Gesundheitsmarkt. Sie werden künftig Datenströme bündeln und sich über kurz oder lang zu einflussreichen Gatekeepern entwickeln. In diesem Video spricht Sangeet Paul Choudary (Autor des Bestsellers "Platform Revolution") darüber, wie Plattformökonomie das Gesundheitssystem verändern könnte.

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Digitale Gesundheit ist ein Schlüsselfaktor für effiziente und leistungsfähige Gesundheitssysteme. Um dieses Potential zu erschließen brauchen nationale Gesundheitssysteme aber eine klare Vision und einen durchdachten Plan, wie diese Vision erreicht und die digitale Transformation gestaltet werden soll. Es ist essenziell, dass nationale Regierungen die Regeln des Engagements und die Grenzen festlegen, in denen der Technologiesektor, die Industrie und andere Partner aus dem privaten Sektor interagieren. Eine nationale Gesundheitsplattform könnte Innovationen in einem vernetzen System zusammenbringen und gleichzeitig die Spielregeln festlegen, die Vision vorgeben, die Architektur bestimmen und Standards auswählen. Interview mit Dr. Alain Labrique, Direktor des Departments für Digitale Gesundheit und Innovation bei der Weltgesundheitsorganisation.

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Die Plattformökonomie birgt Chancen und Risiken, denn global agierende Tech-Unternehmen drängen mit neuen Gesundheitsplattformen auf den Markt. Nationale Gesundheitssysteme könnten sich an dieser Stelle mit eigenen Angeboten und öffentlichen Plattformen positionieren. Damit verbunden wäre eine Reihe von Chancen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Die Experten Dr. Matthias Naab und Dr. Marcus Trapp (Co-Founder von Full Flamingo, ehemals Fraunhofer IESE) erläutern die Vorteile.

Infos zum Text

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Von Liz Mohn für change – das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Ausgabe 2/2016.

Die Welt ist in Bewegung geraten – wir leben in einer Zeitenwende! So lassen sich wohl am besten die Umwälzungen und Entwicklungen umschreiben. Nicht nur, dass wir von vielen Kriegen und Konflikten betroffen sind, die wir vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Auch die Ausdehnung der internationalen Handelsbeziehungen wirft neue Fragen nach der Ausgestaltung der Arbeits- und auch Lebensbedingungen von Milliarden von Menschen auf. Dazu stellt die globale und digitale Vernetzung mit all ihren Chancen und Risiken unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme vor große Herausforderungen und wird die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern. Noch können wir nicht abschätzen, ob und wie viele Arbeitsplätze betroffen sind. Szenarien, die vom Verschwinden der Hälfte der Berufe in den nächsten zehn Jahren ausgehen, sind ein Alarmsignal.

Viele Menschen reagieren auf die Umbrüche mit Unsicherheit und Zukunftsängsten. Das jedoch sind Gefühle, die den Weg für innovative Lösungen und den Blick für Perspektiven verstellen. Wie kann es also gelingen, Zukunft so zu gestalten, dass sie Innovation und Teilhabe und damit Beschäftigung und Wohlstand in einer globalisierten Welt ermöglicht? „Wir müssen mehr Köpfe ans Denken bringen“ – diese Überzeugung meines Mannes Reinhard Mohn ist aktueller denn je. Denn es braucht die Kräfte aller gesellschaftlichen Gruppen, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu braucht es Unternehmenskulturen, die durch die Delegation von Verantwortung sowie Mitsprache und Teilhabe an Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen Menschen Sinnerfüllung und Eigenverantwortung in der Arbeit ermöglichen. Vor allen Dingen braucht es aber ein gemeinsames Ziel, auf das sich die beteiligten Interessenvertretungen verständigen und mit dem sie sich identifizieren.

Ein verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten. Viele Beispiele zeigen, dass Unternehmer Wirtschaft und Gesellschaft zusammen denken. Entweder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Oder indem sie mit ihren spezifischen unternehmerischen Kompetenzen und Ressourcen zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen. Oder einfach, indem sie Menschen durch Innovation und Wachstum Beschäftigung und Wohlstand und vielleicht in unruhigen Zeiten auch so etwas wie eine „Heimat“ bieten.

Wie wichtig dies ist, wird aktuell an vielfältigen Initiativen der Wirtschaft deutlich, den Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, eine Perspektive zu bieten. Ob es uns gelingt, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine Ausbildung machen können und einen Arbeitsplatz finden. Hier haben Unternehmen eine Schlüsselrolle, und die Fülle an bereits realisierten betrieblichen Integrationsprojekten zeigt, dass viele bereit sind, diese Rolle auszufüllen.

Aber auch in anderen Bereichen leisten Unternehmen ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Denken wir nur an die vielen mittelständischen Unternehmen, die sich für Bildung und Ausbildung engagieren, für mehr Teilhabe benachteiligter Menschen oder für gute Bedingungen für Familien. Wir brauchen diese Kultur der Verantwortung, denn sie ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diese mit Engagement und neuen Ideen mitzugestalten, ist gelebtes Unternehmertum.

Der Reinhard Mohn Preis 2016 soll hierzu wichtige Impulse geben. Denn bei aller globaler Wettbewerbsorientierung sollte auch für die Wirtschaft und das Unternehmen die Forderung Reinhard Mohns ein Leitmotiv bleiben: Menschlichkeit gewinnt!