Liz Mohn, stellevertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung steht in einem weiß-schwarzen Hosenanzug im Foyer der Stiftung.

Menschlichkeit gewinnt

Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, fordert mehr Verantwortung von Unternehmern – und einen kritischen Blick auf die wichtigsten Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

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Der Vorhang ist gefallen: Die französische Sopranistin Elsa Dreisig und der weißrussische Bass Anatoli Sivko sind die Sieger des 16. Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN 2015. Der Film zeigt Eindrücke vom Finale sowie Stimmen der Gewinner und der Jury.

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Impressions from the final round of NEUE STIMMEN 2015 in Gütersloh: The auditions to the semifinal and the announcement of the participants, the semifinal and final concerts and singing with pupils from a school in Gütersloh - experience our International Singing Competition.

Eindrücke von der Endrunde der NEUEN STIMMEN 2015 in Gütersloh: Ob die Vorsingen zum Semifinale und die Bekanntgabe der Teilnehmer, die Semifinal- und Finalkonzerte oder ein gemeinsames Singen mit Kindern einer Gütersloher Grundschule - erleben Sie unseren Internationalen Gesangswettbewerb in Bildern.

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In der digitalen Welt findet sich so das perfekte Paar. Statt der Herkunft zählt viel stärker das Potenzial für die Zukunft. Aber wenn eine halbe Stunde Computerspielen plötzlich für die berufliche Karriere wichtiger ist als die bisherige Lebensleistung, wirft das aber auch Fragen auf: Ist das wirklich für jeden gerechter? Oder werden wir so zu Opfern von Wahrscheinlichkeiten?

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Gegenseitige Hilfe, Anerkennung und Wettbewerb sind in Foren wie Stack Overflow kein Widerspruch. Jede Frage und jede Antwort ermöglicht, etwas Neues zu lernen. Der Austausch lohnt sich. In der digitalen Welt ist die Ego-Gesellschaft Vergangenheit. WeQ schlägt IQ, lautet die Devise.

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Die Digitalisierung der Bildung bedroht auch Privilegien des Bildungsbürgertums. Der Zugriff auf Wissen und Expertise wird sich global anders verteilen, ist Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung für den Bereich Bildung und Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung überzeugt.

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The movie shows the intensive rehearsals of the participants of the International Singing Competition NEUE STIMMEN 2015, the auditions in front of the international jury and the annoucement of the 19 semifinalists.

Der Film zeigt die intensiven Proben der Teilnehmer des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUEN STIMMEN 2015, das Vorsingen vor der internationalen Jury und die Verkündung der 19 Semi-Finalisten.

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The 8th interationale master class "NEUE STIMMEN" took place from the 13th until 23th November 2010 in Gütersloh. 14 young singers from 13 countries, participents of the NEUE STIMMEN singing competition 2009 have been nominated from the jury for the following master class

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Das Video zeigt anschaulich die Ergebnisse einer Umfrage, die von der Bertelsmann Stiftung und dem polnischen Institut für öffentliche Angelegenheiten im Juli 2015 unter Ukrainern ab 18 Jahren durchgeführt wurde.

The video shows central findings of a survey conducted by the Bertelsmann Stiftung and the Polish Institute of Public Affairs in July 2015 under Ukrainians 18 years and older.

Infos zum Text

Infos zum Text

Von Liz Mohn für change – das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Ausgabe 2/2016.

Die Welt ist in Bewegung geraten – wir leben in einer Zeitenwende! So lassen sich wohl am besten die Umwälzungen und Entwicklungen umschreiben. Nicht nur, dass wir von vielen Kriegen und Konflikten betroffen sind, die wir vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Auch die Ausdehnung der internationalen Handelsbeziehungen wirft neue Fragen nach der Ausgestaltung der Arbeits- und auch Lebensbedingungen von Milliarden von Menschen auf. Dazu stellt die globale und digitale Vernetzung mit all ihren Chancen und Risiken unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme vor große Herausforderungen und wird die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern. Noch können wir nicht abschätzen, ob und wie viele Arbeitsplätze betroffen sind. Szenarien, die vom Verschwinden der Hälfte der Berufe in den nächsten zehn Jahren ausgehen, sind ein Alarmsignal.

Viele Menschen reagieren auf die Umbrüche mit Unsicherheit und Zukunftsängsten. Das jedoch sind Gefühle, die den Weg für innovative Lösungen und den Blick für Perspektiven verstellen. Wie kann es also gelingen, Zukunft so zu gestalten, dass sie Innovation und Teilhabe und damit Beschäftigung und Wohlstand in einer globalisierten Welt ermöglicht? „Wir müssen mehr Köpfe ans Denken bringen“ – diese Überzeugung meines Mannes Reinhard Mohn ist aktueller denn je. Denn es braucht die Kräfte aller gesellschaftlichen Gruppen, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu braucht es Unternehmenskulturen, die durch die Delegation von Verantwortung sowie Mitsprache und Teilhabe an Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen Menschen Sinnerfüllung und Eigenverantwortung in der Arbeit ermöglichen. Vor allen Dingen braucht es aber ein gemeinsames Ziel, auf das sich die beteiligten Interessenvertretungen verständigen und mit dem sie sich identifizieren.

Ein verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten. Viele Beispiele zeigen, dass Unternehmer Wirtschaft und Gesellschaft zusammen denken. Entweder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Oder indem sie mit ihren spezifischen unternehmerischen Kompetenzen und Ressourcen zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen. Oder einfach, indem sie Menschen durch Innovation und Wachstum Beschäftigung und Wohlstand und vielleicht in unruhigen Zeiten auch so etwas wie eine „Heimat“ bieten.

Wie wichtig dies ist, wird aktuell an vielfältigen Initiativen der Wirtschaft deutlich, den Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, eine Perspektive zu bieten. Ob es uns gelingt, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine Ausbildung machen können und einen Arbeitsplatz finden. Hier haben Unternehmen eine Schlüsselrolle, und die Fülle an bereits realisierten betrieblichen Integrationsprojekten zeigt, dass viele bereit sind, diese Rolle auszufüllen.

Aber auch in anderen Bereichen leisten Unternehmen ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Denken wir nur an die vielen mittelständischen Unternehmen, die sich für Bildung und Ausbildung engagieren, für mehr Teilhabe benachteiligter Menschen oder für gute Bedingungen für Familien. Wir brauchen diese Kultur der Verantwortung, denn sie ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diese mit Engagement und neuen Ideen mitzugestalten, ist gelebtes Unternehmertum.

Der Reinhard Mohn Preis 2016 soll hierzu wichtige Impulse geben. Denn bei aller globaler Wettbewerbsorientierung sollte auch für die Wirtschaft und das Unternehmen die Forderung Reinhard Mohns ein Leitmotiv bleiben: Menschlichkeit gewinnt!