Liz Mohn, stellevertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung steht in einem weiß-schwarzen Hosenanzug im Foyer der Stiftung.

Menschlichkeit gewinnt

Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, fordert mehr Verantwortung von Unternehmern – und einen kritischen Blick auf die wichtigsten Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

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45.000 Menschen flüchten jeden Tag. Was bringt sie dazu, ihre Heimat gegen eine unsichere Zukunft einzutauschen? Wir haben nachgeforscht, wie Fluchtursachen entstehen und wie Europa helfen kann, diese vor Ort zu lindern. Das erklärt unser Buch "Wege aus der Flucht", das nun auch auf Deutsch erschienen ist und das unser Nahostexperte Christian Hanelt in diesem Video vorstellt.

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Kurzbericht

Der Film berichtet über den Klanggarten des Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V. mit über 20 Klanginstallationen, die zum Ausprobieren und Entdecken einladen sowie über die generationenübergreifenden, inklusiven Aktivitäten der Mobilen Musikwerkstatt. Er informiert über das Potenzial, das Musik für pädagogische Einrichtungen und deren Prozesse besitzt.

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Video

Three years after the Sustainable Development Goals (SDGs) were adopted by all UN member states, the global community already risks to fall short on achieving the global goals.
Which countries are on the right track? Which one need to strengthen their efforts to achive the global goals? We asked our expert for sustainability and international affairs Christian Kroll on this subject.

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Vor drei Jahren hat sich die Staatengemeinschaft mit den globalen UN-Zielen verpflichtet, bis 2030 gemeinsam zu einer besseren ökonomischen, sozialen, und ökologischen Entwicklung beizutragen.

Wie steht es jetzt um diese Ziele? Welche Staaten sind auf einem guten Weg? Welche müssen noch viel aufholen? Dazu haben wir unseren Experten für Nachhaltigkeit und internationale Politik Christian Kroll befragt.

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Im Programm "Lehrkräfte Plus" werden Lehrkräfte mit Fluchtgeschichte in einem einjährigen Qualifizierungsprogramm darauf vorbereitet, wieder in der Schule arbeiten zu können. In dem Video steht eine Teilnehmerin aus Bielefeld im Mittelpunkt, die das Programm bald beendet. Neben der Universität Bielefeld bietet die Ruhr-Universität Bochum ein gleichnamiges Programm an.

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Film zum Fachgespräch Enterprise for Health

Modernes Betriebliches Gesundheitsmanagement muss die Eigenverantwortung und Gesundheitskompetenz der Beschäftigten im Blick haben und beides stärken.

Infos zum Text

Infos zum Text

Von Liz Mohn für change – das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Ausgabe 2/2016.

Die Welt ist in Bewegung geraten – wir leben in einer Zeitenwende! So lassen sich wohl am besten die Umwälzungen und Entwicklungen umschreiben. Nicht nur, dass wir von vielen Kriegen und Konflikten betroffen sind, die wir vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Auch die Ausdehnung der internationalen Handelsbeziehungen wirft neue Fragen nach der Ausgestaltung der Arbeits- und auch Lebensbedingungen von Milliarden von Menschen auf. Dazu stellt die globale und digitale Vernetzung mit all ihren Chancen und Risiken unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme vor große Herausforderungen und wird die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern. Noch können wir nicht abschätzen, ob und wie viele Arbeitsplätze betroffen sind. Szenarien, die vom Verschwinden der Hälfte der Berufe in den nächsten zehn Jahren ausgehen, sind ein Alarmsignal.

Viele Menschen reagieren auf die Umbrüche mit Unsicherheit und Zukunftsängsten. Das jedoch sind Gefühle, die den Weg für innovative Lösungen und den Blick für Perspektiven verstellen. Wie kann es also gelingen, Zukunft so zu gestalten, dass sie Innovation und Teilhabe und damit Beschäftigung und Wohlstand in einer globalisierten Welt ermöglicht? „Wir müssen mehr Köpfe ans Denken bringen“ – diese Überzeugung meines Mannes Reinhard Mohn ist aktueller denn je. Denn es braucht die Kräfte aller gesellschaftlichen Gruppen, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu braucht es Unternehmenskulturen, die durch die Delegation von Verantwortung sowie Mitsprache und Teilhabe an Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen Menschen Sinnerfüllung und Eigenverantwortung in der Arbeit ermöglichen. Vor allen Dingen braucht es aber ein gemeinsames Ziel, auf das sich die beteiligten Interessenvertretungen verständigen und mit dem sie sich identifizieren.

Ein verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten. Viele Beispiele zeigen, dass Unternehmer Wirtschaft und Gesellschaft zusammen denken. Entweder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Oder indem sie mit ihren spezifischen unternehmerischen Kompetenzen und Ressourcen zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen. Oder einfach, indem sie Menschen durch Innovation und Wachstum Beschäftigung und Wohlstand und vielleicht in unruhigen Zeiten auch so etwas wie eine „Heimat“ bieten.

Wie wichtig dies ist, wird aktuell an vielfältigen Initiativen der Wirtschaft deutlich, den Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, eine Perspektive zu bieten. Ob es uns gelingt, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine Ausbildung machen können und einen Arbeitsplatz finden. Hier haben Unternehmen eine Schlüsselrolle, und die Fülle an bereits realisierten betrieblichen Integrationsprojekten zeigt, dass viele bereit sind, diese Rolle auszufüllen.

Aber auch in anderen Bereichen leisten Unternehmen ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Denken wir nur an die vielen mittelständischen Unternehmen, die sich für Bildung und Ausbildung engagieren, für mehr Teilhabe benachteiligter Menschen oder für gute Bedingungen für Familien. Wir brauchen diese Kultur der Verantwortung, denn sie ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diese mit Engagement und neuen Ideen mitzugestalten, ist gelebtes Unternehmertum.

Der Reinhard Mohn Preis 2016 soll hierzu wichtige Impulse geben. Denn bei aller globaler Wettbewerbsorientierung sollte auch für die Wirtschaft und das Unternehmen die Forderung Reinhard Mohns ein Leitmotiv bleiben: Menschlichkeit gewinnt!