Liz Mohn, stellevertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung steht in einem weiß-schwarzen Hosenanzug im Foyer der Stiftung.

Menschlichkeit gewinnt

Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, fordert mehr Verantwortung von Unternehmern – und einen kritischen Blick auf die wichtigsten Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

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Die Grüne Werkstatt Wendland, eine Initiative von Unternehmen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, der Wirtschaftsförderung und der Kreisverwaltung, wurde für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Die Initiative versteht sich als interdisziplinäre Innovations- und Entwicklungsplattform, die mit praxisbezogenen Projekten Hochschulen und regionale Unternehmen verbindet, um Potenzial für die Region Lüchow-Dannenberg zu erschließen. Sie hatte sich mit anderen 130 Teilnehmern am Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" der Bertelsmann Stiftung beteiligt.

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Die Initiative PASSgenAU, die das Regionalmanagement am Wirtschaftsforum der Region Passau zusammen mit zahlreichen Projektpartnern aus der Region aufgebaut hat, wurde für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Durch den Zusammenschluss von Experten aus Wirtschaft und Bildung ermöglicht die Initiative eine transparente Übersicht zu Förder- und Unterstützungsmaßnahmen und vermittelt gezielte Hilfe durch erfahrenes Fachpersonal, bestehend aus Lehramtsstudenten der Universität Passau. Die Initiative PASSgenAU hatte sich mit anderen 130 Teilnehmern am Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" der Bertelsmann Stiftung beteiligt.

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Die Q_PERIOR AG aus München wurde für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Das Unternehmen hatte 2010 eine langfristige Partnerschaft mit dem Kinderdorf Irschenberg geschlossen. Unter dem Motto „gemeinsam Perspektiven schaffen" unterstützen Vorstand und Mitarbeiter des Münchener Beratungshauses das Kinderdorf mit Projekten oder Unternehmungen. Die Q_PERIOR AG hatte sich mit anderen 130 Teilnehmern am Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" der Bertelsmann Stiftung beteiligt.

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Die Bertelsmann Stiftung hat vier herausragende Beispiele gesellschaftlichen Engagements von mittelständischen Unternehmen ausgezeichnet. Die Preise im Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" gingen an die Projekte "Volle Bolle", Berlin, "Grüne Werkstatt Wendland", Lüchow-Dannenberg, "Soziale Partnerschaft mit dem Kinderdorf Irschenberg", München, und an das Netzwerk "PASSgenAU -- Bildung für Jeden", Passau. Insgesamt hatten sich 130 kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus ganz Deutschland beworben.

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Arbeitsmarktintegration

Ältere Arbeitnehmer sind oftmals mit einer Reihe von Barrieren konfrontiert. Aber es gibt auch Beispiele innerhalb der EU die zeigen, dass ihre Integration gelingen kann.

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Animation

Die Anforderungen an Führungskräfte ändern sich rasant. Unternehmenskultur wird zu einem unverzichtbaren Erfolgsfaktor. Der Animationsfilm zeigt, mit welchen Fragen sich Führungskräfte in den Executive Trainings der Bertelsmann Stiftung auseinandersetzen.

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Faktencheck Antibiotika

Bundesweit wird jedem zweiten Kind zwischen drei und sechs Jahren mindestens ein Antibiotikum pro Jahr verschrieben - deutlich mehr als Erwachsenen. Aber nicht immer ist dies sinnvoll und notwendig.

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Den „Jakob Muth-Preis 2011/2012 für inklusive Schule" erhalten die Regine-Hildebrandt-Gesamtschule im brandenburgischen Birkenwerder, die Gemeinschaftsgrundschule Eitorf in Nordrhein-Westfalen, die Grundschule Langbargheide in Hamburg und das Regionale Integrationskonzept Altenmedingen, Bad Bevensen, Bienenbüttel und Himbergen in Niedersachsen.

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Auszeichnung der Siegerschulen des "Jakob Muth-Preises für inklusive Schule 2011/2012": In Berlin erhielten die Regine-Hildebrandt-Gesamtschule aus dem brandenburgischen Birkenwerder, die Gemeinschaftsgrundschule Eitorf aus Nordrhein-Westfalen, die Grundschule Langbargheide aus Hamburg und das Regionale Integrationskonzept Altenmedingen, Bad Bevensen, Bienenbüttel und Himbergen aus Niedersachsen jeweils ein Preisgeld von 3.000 bzw. 5.000 Euro. Projektträger des zum dritten Mal vergebenen Preises sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Deutsche UNESCO-Kommission, die Sinn-Stiftung sowie die Bertelsmann Stiftung. Den Preis bekamen die Schulen für ihren vorbildlichen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern.

Infos zum Text

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Von Liz Mohn für change – das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Ausgabe 2/2016.

Die Welt ist in Bewegung geraten – wir leben in einer Zeitenwende! So lassen sich wohl am besten die Umwälzungen und Entwicklungen umschreiben. Nicht nur, dass wir von vielen Kriegen und Konflikten betroffen sind, die wir vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Auch die Ausdehnung der internationalen Handelsbeziehungen wirft neue Fragen nach der Ausgestaltung der Arbeits- und auch Lebensbedingungen von Milliarden von Menschen auf. Dazu stellt die globale und digitale Vernetzung mit all ihren Chancen und Risiken unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme vor große Herausforderungen und wird die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern. Noch können wir nicht abschätzen, ob und wie viele Arbeitsplätze betroffen sind. Szenarien, die vom Verschwinden der Hälfte der Berufe in den nächsten zehn Jahren ausgehen, sind ein Alarmsignal.

Viele Menschen reagieren auf die Umbrüche mit Unsicherheit und Zukunftsängsten. Das jedoch sind Gefühle, die den Weg für innovative Lösungen und den Blick für Perspektiven verstellen. Wie kann es also gelingen, Zukunft so zu gestalten, dass sie Innovation und Teilhabe und damit Beschäftigung und Wohlstand in einer globalisierten Welt ermöglicht? „Wir müssen mehr Köpfe ans Denken bringen“ – diese Überzeugung meines Mannes Reinhard Mohn ist aktueller denn je. Denn es braucht die Kräfte aller gesellschaftlichen Gruppen, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu braucht es Unternehmenskulturen, die durch die Delegation von Verantwortung sowie Mitsprache und Teilhabe an Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen Menschen Sinnerfüllung und Eigenverantwortung in der Arbeit ermöglichen. Vor allen Dingen braucht es aber ein gemeinsames Ziel, auf das sich die beteiligten Interessenvertretungen verständigen und mit dem sie sich identifizieren.

Ein verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten. Viele Beispiele zeigen, dass Unternehmer Wirtschaft und Gesellschaft zusammen denken. Entweder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Oder indem sie mit ihren spezifischen unternehmerischen Kompetenzen und Ressourcen zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen. Oder einfach, indem sie Menschen durch Innovation und Wachstum Beschäftigung und Wohlstand und vielleicht in unruhigen Zeiten auch so etwas wie eine „Heimat“ bieten.

Wie wichtig dies ist, wird aktuell an vielfältigen Initiativen der Wirtschaft deutlich, den Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, eine Perspektive zu bieten. Ob es uns gelingt, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine Ausbildung machen können und einen Arbeitsplatz finden. Hier haben Unternehmen eine Schlüsselrolle, und die Fülle an bereits realisierten betrieblichen Integrationsprojekten zeigt, dass viele bereit sind, diese Rolle auszufüllen.

Aber auch in anderen Bereichen leisten Unternehmen ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Denken wir nur an die vielen mittelständischen Unternehmen, die sich für Bildung und Ausbildung engagieren, für mehr Teilhabe benachteiligter Menschen oder für gute Bedingungen für Familien. Wir brauchen diese Kultur der Verantwortung, denn sie ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diese mit Engagement und neuen Ideen mitzugestalten, ist gelebtes Unternehmertum.

Der Reinhard Mohn Preis 2016 soll hierzu wichtige Impulse geben. Denn bei aller globaler Wettbewerbsorientierung sollte auch für die Wirtschaft und das Unternehmen die Forderung Reinhard Mohns ein Leitmotiv bleiben: Menschlichkeit gewinnt!