Liz Mohn, stellevertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung steht in einem weiß-schwarzen Hosenanzug im Foyer der Stiftung.

Menschlichkeit gewinnt

Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, fordert mehr Verantwortung von Unternehmern – und einen kritischen Blick auf die wichtigsten Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

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Seit Mitte der 2000er-Jahre hat die Intensität der öffentlichen Wahrnehmung der Welthandelsorganisation (WTO) stark nachgelassen. Multilaterale Ansätze sind sukzessive aus den handelspolitischen Diskursen verschwunden. Die Debatte wird zunehmend von nationalen Perspektiven dominiert. Erst die protektionistische Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump hat den Fokus wieder verstärkt auf die WTO gelenkt.

Hier können Sie unsere Grafiken zu der Studie downloaden:

- Intensität der Berichterstattung über die WTO in Deutschland
- Berichterstattung über Globalisierung im WTO-Kontext
- Intensität der Berichterstattung über die WTO in den USA
- US-Berichterstattung über Handelskonflikte im WTO-Kontext
- US-Berichterstattung über China im WTO-Kontext
- Nennungen der WTO-Chefs während ihrer Amtszeit, deutsche Medien
- Nennungen der WTO-Chefs während ihrer Amtszeit, US-Medien

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In Zeiten von Trump und Brexit scheint Protektionismus ein globaler Trend zu sein. Die Vorteile, die wirtschaftliche Verflechtung mit sich bringt, treten zunehmend in den Hintergrund. Ausländische Unternehmen in der EU und Deutschland leisten jedoch einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung und zum Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Hier können Sie die Grafiken aus dem Policy Paper downloaden:

- Von ausländischen Unternehmen unterstützte Beschäftigung in Deutschland
- Von ausländischen Unternehmen unterstütztes BIP in Deutschland

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Technologische Innovationen sind essenzielle Treiber für langfristiges und nachhaltiges Wachstum zur Sicherung des Wohlstands. Dementsprechend gibt es derzeit in Deutschland und der EU eine Diskussion darüber, ob eine neue, strategische Industriepolitik eine Antwort auf die komplexen Dynamiken der Digitalisierung sein kann.

Hier können Sie unsere Grafiken zu dem Focus Paper downloaden:

- Wachstum Totale Faktorproduktivität
- Patentanmeldungen in Europa

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Digitale Lösungen steigern die Lebensqualität in Städten und Gemeinden. Dies zeigen hierzulande bereits einige Beispiele. Die Blogserie #digitaleOrte unseres Projekts "Smart Country" stellt einige digitale Projekte auf kommunaler Ebene vor. Was sind die Vorteile dieser digitalen Lösungen? Welche Auswirkungen haben sie auf die Kommune? Wie nehmen die Bürgerinnen und Bürger die Projekte an? Wir gehen diesen Fragen in einigen Kommunen nach.

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Wie gut eine Kita ist, hängt in Deutschland vom Wohnort ab. Denn nach wie vor sind die Unterschiede zwischen und innerhalb der Bundsländer groß. Transparenz über den Status quo und Trends der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) liefert unser jährlich aktualisierter Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme.

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Kita-Leitungen haben alle Hände voll zu tun: Das pädagogische Konzept weiterentwickeln, eine neue Fachkraft einstellen und eine besorgte Mutter beruhigen - wichtige Aufgaben, die entscheidend sind für die Qualität einer Kita. Genug Zeit dafür gibt es jedoch nur selten. Daher empfehlen wir bundesweit einheitliche Standards.

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Digitale Lösungen steigern die Lebensqualität in Städten und Gemeinden. Dies zeigen hierzulande bereits einige Beispiele. Die Blogserie #digitaleOrte unseres Projekts "Smart Country" stellt einige digitale Projekte auf kommunaler Ebene vor. Was sind die Vorteile dieser digitalen Lösungen? Welche Auswirkungen haben sie auf die Kommune? Wie nehmen die Bürgerinnen und Bürger die Projekte an? Wir gehen diesen Fragen in einigen Kommunen nach.

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In Deutschland ist Fußball Volkssport Nummer eins. Tausende junge Menschen jagen im Verein dem Ball hinterher. Wie stärkt man bei ihnen neben Fitness, Technik, Taktik und Spielverständnis gleichzeitig Werte, die im Mannschaftssport wichtig sind? Unser Projekt "TeamUp!" mit dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen unterstützt Trainer und Jugendleiter westfälischer Vereine dabei und geht nun in die zweite Runde (Anmeldungen nicht mehr möglich). Eindrücke von Runde 1, gibt's im Video.

Infos zum Text

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Von Liz Mohn für change – das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Ausgabe 2/2016.

Die Welt ist in Bewegung geraten – wir leben in einer Zeitenwende! So lassen sich wohl am besten die Umwälzungen und Entwicklungen umschreiben. Nicht nur, dass wir von vielen Kriegen und Konflikten betroffen sind, die wir vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Auch die Ausdehnung der internationalen Handelsbeziehungen wirft neue Fragen nach der Ausgestaltung der Arbeits- und auch Lebensbedingungen von Milliarden von Menschen auf. Dazu stellt die globale und digitale Vernetzung mit all ihren Chancen und Risiken unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme vor große Herausforderungen und wird die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern. Noch können wir nicht abschätzen, ob und wie viele Arbeitsplätze betroffen sind. Szenarien, die vom Verschwinden der Hälfte der Berufe in den nächsten zehn Jahren ausgehen, sind ein Alarmsignal.

Viele Menschen reagieren auf die Umbrüche mit Unsicherheit und Zukunftsängsten. Das jedoch sind Gefühle, die den Weg für innovative Lösungen und den Blick für Perspektiven verstellen. Wie kann es also gelingen, Zukunft so zu gestalten, dass sie Innovation und Teilhabe und damit Beschäftigung und Wohlstand in einer globalisierten Welt ermöglicht? „Wir müssen mehr Köpfe ans Denken bringen“ – diese Überzeugung meines Mannes Reinhard Mohn ist aktueller denn je. Denn es braucht die Kräfte aller gesellschaftlichen Gruppen, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu braucht es Unternehmenskulturen, die durch die Delegation von Verantwortung sowie Mitsprache und Teilhabe an Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen Menschen Sinnerfüllung und Eigenverantwortung in der Arbeit ermöglichen. Vor allen Dingen braucht es aber ein gemeinsames Ziel, auf das sich die beteiligten Interessenvertretungen verständigen und mit dem sie sich identifizieren.

Ein verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten. Viele Beispiele zeigen, dass Unternehmer Wirtschaft und Gesellschaft zusammen denken. Entweder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Oder indem sie mit ihren spezifischen unternehmerischen Kompetenzen und Ressourcen zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen. Oder einfach, indem sie Menschen durch Innovation und Wachstum Beschäftigung und Wohlstand und vielleicht in unruhigen Zeiten auch so etwas wie eine „Heimat“ bieten.

Wie wichtig dies ist, wird aktuell an vielfältigen Initiativen der Wirtschaft deutlich, den Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, eine Perspektive zu bieten. Ob es uns gelingt, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine Ausbildung machen können und einen Arbeitsplatz finden. Hier haben Unternehmen eine Schlüsselrolle, und die Fülle an bereits realisierten betrieblichen Integrationsprojekten zeigt, dass viele bereit sind, diese Rolle auszufüllen.

Aber auch in anderen Bereichen leisten Unternehmen ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Denken wir nur an die vielen mittelständischen Unternehmen, die sich für Bildung und Ausbildung engagieren, für mehr Teilhabe benachteiligter Menschen oder für gute Bedingungen für Familien. Wir brauchen diese Kultur der Verantwortung, denn sie ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diese mit Engagement und neuen Ideen mitzugestalten, ist gelebtes Unternehmertum.

Der Reinhard Mohn Preis 2016 soll hierzu wichtige Impulse geben. Denn bei aller globaler Wettbewerbsorientierung sollte auch für die Wirtschaft und das Unternehmen die Forderung Reinhard Mohns ein Leitmotiv bleiben: Menschlichkeit gewinnt!