Liz Mohn, stellevertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung steht in einem weiß-schwarzen Hosenanzug im Foyer der Stiftung.

Menschlichkeit gewinnt

Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, fordert mehr Verantwortung von Unternehmern – und einen kritischen Blick auf die wichtigsten Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

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Früher hielten die Menschen noch richtig zusammen - heute ist sich jeder selbst der Nächste... Aber stimmt das denn? Einschätzungen von Kai Unzicker, unserem Experten für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Viele Unternehmen engagieren sich und übernehmen Verantwortung für ihre Region. Um diesen Einsatz für die Gesellschaft zu würdigen und sichtbar zu machen, loben wir den Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" aus. Unternehmen können sich bis zum 13. Januar 2017 bewerben.

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REPORT PFLEGEINFRASTRUKTUR

Können sich Senioren die eigene Pflege leisten? Unser Gesundheitsexperte Stefan Etgeton kennt die Antwort. Er fasst kurz und verständlich die Ergebnisse unseres Pflegeinfrastruktur-Reports zusammen und macht deutlich, was sich jetzt ändern muss.

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Viele Unternehmen engagieren sich und übernehmen Verantwortung für ihre Region. Um diesen Einsatz für die Gesellschaft zu würdigen und sichtbar zu machen, loben wir den Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" aus. Unternehmen können sich bis zum 13. Januar 2017 bewerben.

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Der Moderator Daniel Aminati besuchte am 4. Oktober 2016 den Verein "Schüler Treffen Flüchtlinge e.V." (STF) in Berlin. Mit dem Projekt "STF-Kocht!", das Flüchtlinge mit einheimischen Schülerinnen und Schülern durch Kochen, Essen und gemeinsamen Austausch zusammenbringt, gewann der Verein beim Jugendintegrationswettbewerb "Alle Kids sind VIPs" der Bertelsmann Stiftung.

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Der Comedian Bülent Ceylan besuchte am 28. September 2016 die Jugendlichen des Projekts "Mia san mehr" am BSZ Regensburger Land. Im Rahmen des Projekts trafen minderjährige Flüchtlinge regelmäßig mit Senioren aus einem benachbarten Seniorenheim zusammen. Mit dieser außergewöhnlich guten Projektidee gewannen sie beim Jugendintegrationswettbewerb "Alle Kids sind VIPs" der Bertelsmann Stiftung.

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Die AHC Oberflächentechnik GmbH am Standort Berlin wurde für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr haben sich die Mitarbeiter des Unternehmens im Kinder- und Jugendhaus Bolle in Berlin/ Marzahn engagiert. Vorhaben des Unternehmens ist es, zukünftig an allen Unternehmensstandorten anzupacken, wo Hilfe benötigt wird. Sie hatte sich mit anderen 130 Teilnehmern am Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" der Bertelsmann Stiftung beteiligt.

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Die Grüne Werkstatt Wendland wurde durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als Bildungscluster ausgezeichnet.
Mit der Auszeichnung wird das Projekt für 2 weitere Jahre gefördert. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Büroeröffnung im Alten Postamt in Lüchow verliehen.

Infos zum Text

Infos zum Text

Von Liz Mohn für change – das Magazin der Bertelsmann Stiftung. Ausgabe 2/2016.

Die Welt ist in Bewegung geraten – wir leben in einer Zeitenwende! So lassen sich wohl am besten die Umwälzungen und Entwicklungen umschreiben. Nicht nur, dass wir von vielen Kriegen und Konflikten betroffen sind, die wir vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Auch die Ausdehnung der internationalen Handelsbeziehungen wirft neue Fragen nach der Ausgestaltung der Arbeits- und auch Lebensbedingungen von Milliarden von Menschen auf. Dazu stellt die globale und digitale Vernetzung mit all ihren Chancen und Risiken unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme vor große Herausforderungen und wird die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern. Noch können wir nicht abschätzen, ob und wie viele Arbeitsplätze betroffen sind. Szenarien, die vom Verschwinden der Hälfte der Berufe in den nächsten zehn Jahren ausgehen, sind ein Alarmsignal.

Viele Menschen reagieren auf die Umbrüche mit Unsicherheit und Zukunftsängsten. Das jedoch sind Gefühle, die den Weg für innovative Lösungen und den Blick für Perspektiven verstellen. Wie kann es also gelingen, Zukunft so zu gestalten, dass sie Innovation und Teilhabe und damit Beschäftigung und Wohlstand in einer globalisierten Welt ermöglicht? „Wir müssen mehr Köpfe ans Denken bringen“ – diese Überzeugung meines Mannes Reinhard Mohn ist aktueller denn je. Denn es braucht die Kräfte aller gesellschaftlichen Gruppen, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu braucht es Unternehmenskulturen, die durch die Delegation von Verantwortung sowie Mitsprache und Teilhabe an Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen Menschen Sinnerfüllung und Eigenverantwortung in der Arbeit ermöglichen. Vor allen Dingen braucht es aber ein gemeinsames Ziel, auf das sich die beteiligten Interessenvertretungen verständigen und mit dem sie sich identifizieren.

Ein verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten. Viele Beispiele zeigen, dass Unternehmer Wirtschaft und Gesellschaft zusammen denken. Entweder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Oder indem sie mit ihren spezifischen unternehmerischen Kompetenzen und Ressourcen zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen. Oder einfach, indem sie Menschen durch Innovation und Wachstum Beschäftigung und Wohlstand und vielleicht in unruhigen Zeiten auch so etwas wie eine „Heimat“ bieten.

Wie wichtig dies ist, wird aktuell an vielfältigen Initiativen der Wirtschaft deutlich, den Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, eine Perspektive zu bieten. Ob es uns gelingt, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine Ausbildung machen können und einen Arbeitsplatz finden. Hier haben Unternehmen eine Schlüsselrolle, und die Fülle an bereits realisierten betrieblichen Integrationsprojekten zeigt, dass viele bereit sind, diese Rolle auszufüllen.

Aber auch in anderen Bereichen leisten Unternehmen ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Denken wir nur an die vielen mittelständischen Unternehmen, die sich für Bildung und Ausbildung engagieren, für mehr Teilhabe benachteiligter Menschen oder für gute Bedingungen für Familien. Wir brauchen diese Kultur der Verantwortung, denn sie ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diese mit Engagement und neuen Ideen mitzugestalten, ist gelebtes Unternehmertum.

Der Reinhard Mohn Preis 2016 soll hierzu wichtige Impulse geben. Denn bei aller globaler Wettbewerbsorientierung sollte auch für die Wirtschaft und das Unternehmen die Forderung Reinhard Mohns ein Leitmotiv bleiben: Menschlichkeit gewinnt!