Choosing Wisely
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Konferenz am 4.11.2019: Braucht Deutschland mehr Choosing Wisely?

Das Festhalten an alten Gewohnheiten, die Sorge vor haftungsrechtlichen Konsequenzen, Fehlanreize im Vergütungssystem oder falsche Patientenerwartungen – es gibt viele Gründe dafür, dass Ärzte in manchen Situationen mehr tun und Patienten mehr erhalten, als ihnen guttut.

Auf unserer Konferenz sind wir den Spuren der medizinischen Überversorgung gefolgt und haben Choosing Wisely als ärztegeführte Gegenbewegung vorgestellt.. Verantwortliche aus Kanada, Neuseeland, den Niederlanden und Deutschland haben über ihre Erfahrungen und Erfolge mit Choosing Wisely berichtet. Wir haben diese mit gesundheitspolitischen und medizinischen Fachleuten, Entscheidungsträgern und internationalen Experten diskutiert. 

In Kürze finden Sie hier Impressionen der Veranstaltung sowie die Präsentationen der Referentinnen und Referenten.

Das Programm

Referentinnen und Referenten

Prof. Dr. Erika Baum, DEGAM

"Mit der kürzlich publizierten DEGAM Leitlinie „Schutz vor Über- und Unterversorgung- gemeinsam entscheiden“, die als living guideline fortgeführt wird, unterstützen wir die für Deutschland weiter dringend notwendige Choosing wisely-Bewegung."

Dr. Huib Cense, Council Quality of Care

"The questions shouldn’t be whether Germany needs more Choosing Wisely but ‘Does the German patient benefit from more Choosing Wisely? The answer in my opinion is Yes! because Choosing Wisely is not about saving money but about improving quality of care and that’s always in the interest of patients and doctors..." 

Simone van Dulmen, Radboud UMC

"Reducing low-value care is an important topic which requires focused attention and a long breath."

Prof. Dr. Dr. Ulrich R. Fölsch, DGIM

"Ein wesentliches Ziel ist der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ist die kontinuierliche und nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung. Die DGIM möchte mit ihrer Qualitätsoffensive „Klug entscheiden“ auf die Relevanz der Indikationsqualität hinweisen und diese sicherstellen."

Uwe Hambrock, Rheingold

"Wenn Patienten vom Arzt gute Argumente und empathische Aufklärung erhalten, so kann Überversorgung vermieden werden, ohne dass Patienten das als Vernachlässigung oder Sparmaßnahme auf ihre Kosten empfinden."

Prof. Dr. Gerd P. Hasenfuß, DGIM

"Von allen Qualitätskriterien in der medizinischen Versorgung kommt der Indikationsqualität die größte Bedeutung zu. Sie zu verbessern ist das wesentliche Ziel von „Klug entscheiden“ der DGIM."

Prof. Dr. David Klemperer

"Die gemeinsame Zielsetzung und Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient ist ein ethischer Imperativ, eine rechtlich Anforderung und eine ärztliche Berufspflicht. Die Choosing  Wisely-Bewegung und die Gemeinsam Klug Entscheiden-Initiative unterstützen Ärzte und Patienten darin, eine am konsequent Patientenwohl orientierte Medizin zu verwirklichen."

Dr. Ilona Köster-Steinebach, Aktionsbündnis Patientensicherheit

"Jede überflüssige medizinische Maßnahme ist aus Sicht der Patientensicherheit ein vermeidbares unerwünschtes Ereignis."

Prof. Dr. Wendy Levinson, Choosing Wisely Canada

"In countries across the world, up to 30% of medical tests and treatments do not add value and can even harm patients. Patients and physicians need to make choices together about what to do and what NOT to do. More is not always better."

Dr. Cathleen Muche-Borowski, Uniklinik Hamburg-Eppendorf

"Hoch priorisierte Empfehlungen sollen helfen, das eigene hausärztliche Handeln an relevanten Leistungen zu reflektieren."

Hans-Dieter Nolting, IGES Institut

"Es gibt medizinische Leistungen, bei denen zwischen nahezu allen Akteursgruppen ein breiter  Konsens über eine zu häufige Leistungserbringung besteht. Hier könnten „Choosing Wisely“-Empfehlungen etwaige andere Aktivitäten zur Verringerung der Überversorgung sicher noch zielgerichtet flankieren."

Dr. Monika Nothacker, AWMF

"Deutschland braucht mehr Choosing Wisely!  Dies zeigt der internationale Vergleich mit einer hohen Rate verschiedenster invasiver Eingriffe und ökonomischer Anreize dafür sowie die Untersuchungen zu der eher eingeschränkten Gesundheitskompetenz der Deutschen."

Dr. Frederico Guanais, OECD

“A difficult but worthwhile conversation: Up to a fifth of health spending in the OECD is at best ineffective and at worst, harmful.”

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