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Kanada: Nationale und regionale Interessen fein ausbalanciert

Kanadas Gesundheitssystem wird staatlich finanziert, aber in den Provinzen verwaltet. Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung ist ein zentrales Koordinationsorgan, das Agenden festlegt, die Investitionen für Digital Health verteilt und eng mit den Provinzen zusammenarbeitet. Eine erfolgreiche Herangehensweise: Im Digital-Health-Index belegt Kanada Platz 2.

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Gesundheit ist in Kanada besonders teuer: Pro Kopf werden über 2.000 US-Dollar mehr ausgegeben als im Durchschnitt aller OECD-Staaten. Auch in Sachen Digital Health greift Kanada tief in die Tasche: Mehr als zwei Milliarden kanadische Dollar hat die Regierung inzwischen in die öffentliche Gesellschaft Canada Health Infoway (Infoway) investiert. Kernauftrag der 2001 gegründeten Non-Profit-Organisation ist es, die Einführung einer interoperablen elektronischen Patientenakte (ePA) sowie anderer digitaler Gesundheitsdienste zu fördern und zu beschleunigen.

So kooperiert Infoway beispielsweise mit den Provinzen und privatwirtschaftlichen Akteuren, um den nationalen E-Rezept-Dienst PrescribeIT landesweit aufzubauen. Über PrescribeIT können Ärzte ein E-Rezept an eine Apotheke schicken, die der Patient vorher für sich als „Favorit“ bestimmt hat. Mehr als 3.400 Apotheken in sechs Provinzen sind bereits daran angeschlossen. Auch Ferndiagnosen und -behandlungen per Video sind in vielen Provinzen selbstverständlicher Teil der Versorgung, ebenso sind Gesundheitsportale zu allgemeinen Informationszwecken landesweit etabliert. Der sehr weit fortgeschrittene Digitalisierungsgrad beschert Kanada den zweiten Platz im Digital-Health-Index.

Ähnlich wie Dänemark zeigt der Fall Kanada, dass gerade die regional organisierten Gesundheitssysteme die Digitalisierung erfolgreich in die Regelversorgung bringen - Indem die Steuerung des Gesundheitssystems sowie der E-Health-Strategien zwar zentral gesteuert werden, die Ausgestaltung der einzelnen E-Health-Dienste aber auf regionaler Ebene erfolgt. Das ermöglicht agilere Entwicklungsprozesse - und regional erfolgreiche Digitalisierungsprojekte können später national skalieren.

Strategie

Für Digital Health sind maßgeblich drei strategische Dokumente verantwortlich:

  1. „Advancing the Next Generation of Health Care in Canada“ - ein Investitionsplan von Infoway mit Fokus auf Infrastruktur, Patient Empowerment, Gesundheitsportale und ePA.
  2. „Opportunities for Action“ - ein Strategieplan für den Ausbau von digitalen Diensten wie E-Rezept, E-Überweisung oder Fernüberwachung von chronischen Patienten zu Hause.
  3. „Digital Health Blueprint“ - ein Implementierungsleitfaden für Gesundheitseinrichtungen mit Fokus auf Vernetzung bestehender Dienste und neuen Technologien.

Rahmenbedingungen und regulatorische Faktoren

Neben dem übergeordneten strategischen Rahmenplan, den die Regierung vorlegt und dem die Provinzen folgen, sind diese im Allgemeinen selbst für die Gestaltung der Gesundheitsversorgung verantwortlich. Dabei kooperieren sie eng mit Infoway und definieren schließlich konkrete regionale Ziele und Implementierungsstrategien.

Erfolgsfaktoren

Der politische Wille und das Engagement zur Digitalisierung sind stark ausgeprägt. Als strategischer Investor verteilt Canada Health Infoway Projektfördermittel an einzelne Provinzen. Bisher sind so insgesamt 1,3 Milliarden kanadische Dollar in Digital-Health-Projekte geflossen. Dabei legt Infoway alle drei bis vier Jahre eine strategische Ausrichtung in Abstimmung mit den Provinzen fest und setzt besonders auf die Interoperabilität aller Anwendungen. Das Ergebnis ist ein kohärenter Investitionsplan, in dem die Selbstbestimmung der Regionen gewahrt wird.

Weitere Informationen über den Digitalisierungsstand in Kanada stehen unten zum Download bereit.

Länderbericht Kanada

Publikation: #SmartHealthSystems: Auszug Kanada

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Aus unserem Blog

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Wie gelingt die Digitalisierung im Gesundheitswesen? Was sind Erfolgsfaktoren, welche Hürden sind zu überwinden? Im Rahmen unserer Studie #SmartHealthSystems haben wir in einer Reihe von Skype-Interviews mit internationalen Experten über ihre Erfahrungen gesprochen. Die Experten berichten anschaulich aus der Praxis und liefern vielfältige Einblicke zu Aspekten, die in Deutschland aktuell diskutiert werden. In diesem Beitrag: die Interviews im Überblick.

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Was in anderen Gesundheitssystemen bereits selbstverständlicher Teil des Versorgungsalltags ist, soll nun auch in Deutschland Realität werden: Telemedizin zwischen Arzt und Patient. Doch welche Behandlungsanlässe eignen sich für den „virtuellen“ Arzt-Patienten-Kontakt, welche nicht? Entsteht ein komplett neuer Versorgungssektor neben dem ambulanten und dem stationären? Wer wird künftig Anbieter von Videosprechstunden sein: der einzelne Arzt, die Kassenärztliche Vereinigung oder Unternehmen? In einer Online-Session im Rahmen der Diskursreihe #FutureMedTalk möchten wir den Blick einige Jahre in die Zukunft richten und – jenseits aktueller Umsetzungsfragen – mit Experten aus der Praxis diskutieren, wie sich das Feld der digitalen Fernbehandlung entwickeln wird. Die Session ist offen für alle Interessierten.