Hände halten Tablet vor dänischem Hintergrund.
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Dänemark: Dänen haben großes Vertrauen in Digital Health

Die dänische Bevölkerung hat eine positive Einstellung gegenüber digitalen Diensten. Das ist eine gute Voraussetzung für das Voranschreiten von Digital Health. Im Ländervergleich nimmt Dänemark einen Spitzenplatz ein. Eines der wichtigsten Erfolgsfaktoren dafür: das nationale Gesundheitsportal sundhed.dk.

Dänen zählen auf ihr Gesundheitswesen: 89 Prozent der Bürger geben an, medizinischen Einrichtungen zu vertrauen. Damit belegt Dänemark Platz eins in Europa. Allgemein ist die Kultur des Vertrauens in die Kompetenzen des Staates in Dänemark stärker ausgeprägt als in anderen Ländern, was auch den Umgang mit persönlichen Daten betrifft. Die Registrierung von Diagnosen, Behandlungen, Krankenhausaufenthalten oder Patientenüberweisungen gehört schon lange zum Alltag im dänischen Gesundheitssystem. So verwundert es kaum, dass das Land im Digital-Health-Index Ranking nach Estland und Kanada die Spitze der 17 OECD-Länder anführt. Auch auf der Policy-Ebene schneidet Dänemark mit Platz 4 sehr gut ab.

Strategie

Die erste nationale E-Health-Strategie in Dänemark wurde bereits 1999 verabschiedet. Während frühere Strategien jedoch oftmals nur allgemeine Visionen waren und eine Roadmap skizzierten, verknüpft die aktuelle E-Health-Strategie konkrete Initiativen mit Vorgaben, Zielen und Budgets.

Rahmenbedingungen und regulatorische Faktoren

Innerhalb des Gesundheitsministeriums existiert das nationale eHealth Board. Es bestimmt die Inhalte der nationalen E-Health-Strategien und agiert als Koordinator zwischen den Regionen und anderen Akteuren des Gesundheitssystems. Die staatlich finanzierte und bereits 1994 gegründete Digital-Health-Agentur MedCom agiert zwischen Zentralstaat, Regionen und Kommunen und entwickelt Standards, die zur Anwendung gelangen. Die Implementierung digitaler Maßnahmen bleibt den Regionen unter Einhaltung der Vorgaben von MedCom überlassen.

Erfolgsfaktoren

Das staatlich finanzierte Gesundheitsportal sundhed.dk spielt eine entscheidende Rolle beim Fortschritt für Digital Health. Ebenso das Wissen der dänischen Bevölkerung um digitale Angebote und die hohe Bereitschaft, diese zu nutzen. Bei der Entwicklung der elektronischen Patientenakte sowie anderer Digital-Health-Anwendungen werden die Endanwender, also beispielsweise Patienten oder Ärzte, aktiv mit einbezogen.

Hohe Nutzung von Digital-Health-Services

Elektronische Patientenakte (ePA) und Medikationslisten, E-Rezepte, ein Gesundheitsportal sowie ein personalisiertes Patientenportal: In Dänemark sind all diese Digital-Health-Lösungen bereits national verfügbar. Nicht alle zentralen Services werden auch tatsächlich genutzt. Während etwa E-Rezepte zu 100 Prozent angeboten und auch zu 99 Prozent genutzt werden, ist die tatsächliche Nutzung der elektronischen Patientenakten (ePA) von Region zu Region unterschiedlich. In Süddänemark etwa liegt sie bei 80 Prozent, während sie in Mitteldänemark lediglich bei 31 Prozent liegt.

Insgesamt aber zählt das Gesundheitssystem Dänemarks in Bezug auf Digital Health weltweit zu einem der fortschrittlichsten Länder. Der Datenaustausch zwischen den Gesundheitsversorgern findet überwiegend elektronisch statt, nicht nur stationär, sondern auch ambulant: 97 Prozent aller Überweisungen geschehen elektronisch; alle dänischen Hausärzte besitzen eine ePA; 98 Prozent tauschen Akten elektronisch untereinander aus. Lediglich die Interoperabilität ist noch eingeschränkt: Eine nationale ePA mit einem übergreifenden Datenaustausch fehlt bisher. Das heißt, ePAs können zwischen Krankenhäusern und Hausärzten kaum ausgetauscht werden.

Sundhed.dk spielt eine zentrale Rolle für Digital Health

Ein Element der Digital-Health-Services nimmt eine zentrale Rolle ein: das nationale Gesundheitsinformationsportal sundhed.dk. Es stellt die Schnittstelle aller Digital-Health-Anwendungen dar. Mit der Geburt erhält jeder Däne eine persönliche Identifikationsnummer, über die er sich bei sundhed.dk einloggen kann. Dort erhält er einen Überblick über seine gesamte Krankengeschichte, inklusive aller Diagnosen, Behandlungen, Operationen und Medikationspläne oder Laborwerte. Mit der Zustimmung des Patienten können auch der Hausarzt oder Apotheker auf die Daten zugreifen. Das Portal wird auch für die Abrechnung von Gesundheitsdienstleistungen genutzt.

Rund 1,7 Millionen Dänen, also mehr als ein Drittel der dänischen Gesamtbevölkerung besuchen jeden Monat sundhed.dk. 24 Prozent der Dänen geben in Umfragen an, dass sich der Behandlungsverlauf durch die Nutzung des Portals verbessert habe.

Weitere Informationen über den Digitalisierungsstand in Dänemark stehen unten zum Download bereit.

Länderbericht Dänemark

Publikation: #SmartHealthSystems: Auszug Dänemark

Die dänische Bevölkerung hat eine positive Einstellung gegenüber digitalen Diensten. Das ist eine gute Voraussetzung für das Voranschreiten ...

Aus unserem Blog

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29. April 2019 / Dr. Thomas Kostera: Systematische Akzeptanzförderung als Erfolgsfaktor – Jennifer Zelmer im Skype-Interview zu Digital Health in Kanada

In unserer Studie #SmartHealthSystems haben wir 17 Länder zum Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen analysiert. Im eigens entwickelten Digital-Health-Index belegt Kanada den zweiten Rang. Dr. Jennifer Zelmer, Präsidentin und CEO der „Canadian Foundation for Healthcare Improvement“, erklärt im Sykpe-Interview, dass neue E-Health Dienste dann erfolgreich sind, wenn sie auf die Bedürfnisse von Bürgern und medizinischem Fachpersonal eingehen und als echte Hilfestellung im klinischen Alltag wahrgenommen werden. In Kanada wurde die Aktzeptanz für neue Technologien durch gezielte Einbindung der Anwender und verschiedene Kampagnen systematisch gefördert. Für Zelmer ist das daraus resultierende Engagement von Bürgern und Medizinern ein entscheidender Erfolgsfaktor im kanadischen Digitalisierungsprozess.