Eine Gruppe aus fünf Personen hält bunte Zahnräder so zusammen, dass diese ineinander greifen.

Erster Change Learning Award geht an "LuPe²" und "Bildungsland Sachsen 2030"

Wir zeichnen zwei Initiativen aus, die zeigen, wie Bildungswandel in Deutschland gelingen kann und verleihen am 11. Juni im Rahmen des Creative Bureaucracy Festivals in Berlin erstmals den Change Learning Award. Mit dem Preis würdigen wir vorbildliche Initiativen und Netzwerke im Bildungsbereich, die durch Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg dazu beitragen, den Lebensraum Schule, die Bildungschancen und das Wohlbefinden junger Menschen zu verbessern.

Ansprechpartner:innen

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Charlotte Jost
Project Manager
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Dr. Martin Pfafferott
Senior Project Manager

Inhalt

Für den ersten Change Learning Award unserer Stiftung haben sich 43 Netzwerke und Initiativen aus allen 16 Bundesländern beworben. Die Auswahl erfolgte gemeinsam mit einer unabhängigen Jury. Die große Resonanz zeigt: In Deutschland gibt es viele Menschen und Organisationen, die Bildungswandel nicht nur fordern, sondern praktisch gestalten.

Ausgezeichnet werden zwei Initiativen, die beispielhaft zeigen, wie Veränderung im Bildungssystem gelingen kann, wenn Schulen, Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln: das Netzwerk-Projekt "LuPe²" aus Nordrhein-Westfalen und die Initiative "Bildungsland Sachsen 2030". Beide stehen auf unterschiedliche Weise für eine zentrale Erkenntnis: Gute Bildung braucht nicht nur neue Ideen, sondern tragfähige Bündnisse, die diese Ideen gemeinsam entwickeln, erproben und in die Breite tragen. Mit der Auszeichnung wollen wir diese Beispiele sichtbar machen und andere ermutigen, ähnliche Wege zu gehen.

"Die Herausforderungen im Bildungssystem lassen sich nur durch koordinierte Zusammenarbeit bewältigen. Mit dem Change Learning Award machen wir sichtbar, wie Kooperation über Rollen, Ebenen und Institutionen hinweg gelingen kann und welche Faktoren Veränderung wirksam machen. Die ausgezeichneten Initiativen dienen als Vorbilder und Inspiration für andere Akteure im Schulsystem", betont unser Bildungsexperte Dirk Zorn.

Die Preisträger im Porträt

Die beiden ersten Preisträger zeigen, dass Bildungswandel auf unterschiedlichen Ebenen beginnt – im konkreten Unterricht ebenso wie in landesweiten Strategien. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Menschen und Institutionen zusammenbringen, die sonst oft nebeneinander arbeiten. Dadurch entstehen nicht nur einzelne Verbesserungen vor Ort, sondern Modelle, die bundesweit Mut machen können.

"LuPe² – Zeitgemäße Lern- und Prüfungskultur entwickeln und erforschen"

Das "LuPe²"-Projekt hat im Regierungsbezirk Detmold (Nordrhein-Westfalen) ein tragfähiges Netzwerk aufgebaut, das Schulen, Schulaufsicht und Forschung eng verzahnt und gemeinsam an Themen wie formativer Leistungserfassung und kollaborativen Prüfungsformaten arbeitet. Im Netzwerk wurden konkrete Lernszenarien und neue Formen der Leistungsüberprüfung für die Grundschule und die Sekundarstufe I entwickelt und in Pilotphasen erprobt. Dazu zählen vergleichbare und praxisnahe Alternativen zu Klassenarbeiten, Verfahren zur Feinjustierung von Bewertungen sowie lernwirksame Leistungsrückmeldungen für Schüler:innen. Begleitend sind Prozesse entstanden, die sowohl Schüler:innen-Feedback als auch Lehrkräfte-Reflexionen systematisch einbeziehen und wissenschaftlich auswerten.

"Der Austausch der unterschiedlichen Akteure im Netzwerk war sehr wertvoll. Es ist wichtig, dass wir auf verschiedenen Ebenen gleichermaßen ansetzen und auch die Rolle der Schulaufsicht bei der Unterstützung und Begleitung von zeitgemäßen Prozessen der Schul- und Unterrichtsentwicklung neu denken", sagt Klaus Twelsiek, Dezernent Bildung in der digitalen Welt bei der Bezirksregierung Detmold.

Geplant ist, das Projekt auf die Sekundarstufe II auszuweiten und dabei einen Schwerpunkt auf die Prozessbegleitung von Schulen zur Entwicklung von Projektkursen und gleichwertigen komplexen Leistungsnachweisen (GKL) im Rahmen der Reform der Oberstufe NRW zu legen.

"Bildungsland Sachsen 2030"

Im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses wurden unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus 16 strategische Ziele und 64 konkrete Maßnahmen erarbeitet und abgestimmt. Im Mittelpunkt steht dabei die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des schulischen Lernens, flankiert durch Maßnahmen der Steuerung, Professionalisierung und Infrastruktur. Der Prozess zeichnet sich durch die systematische Einbindung aller relevanten Akteure aus, darunter Schulpraxis, Schulaufsicht, Landesgremien, kommunale Ebenen, Zivilgesellschaft sowie Schüler:innen und Eltern. Erste Maßnahmen zur Verbesserung des interdisziplinären Lernens, zur weiteren Stärkung schulischer Eigenverantwortung, zur Professionalisierung von Lehrkräften und schulischen Führungskräften sowie zur Förderung multiprofessioneller Zusammenarbeit wurden bereits angestoßen. Die Umsetzung ist als langfristiger, lernender Transformationsprozess angelegt.

"Mit dem 'Bildungsland Sachsen 2030' sorgen wir für eine datengestützte Schulentwicklung, mehr selbstorganisiertes Lernen und neue, kompetenzorientierte Lehrpläne in allen Fächern. Ich freue mich über den Award als Auszeichnung für die vielen Menschen, die am 'Bildungsland Sachsen 2030' mitarbeiten. Die ersten konkreten Maßnahmen setzen wir bereits gemeinsam um und haben noch viel vor uns", sagt Conrad Clemens, Staatsminister im Sächsischen Staatsministerium für Kultus.

Vorbilder für Veränderung in ganz Deutschland

Wir streben eine weiterführende inhaltliche und strategische Zusammenarbeit mit den Preisträgern an. Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln, ihre Wirkung zu verstärken und den Transfer in andere Kontexte zu fördern. Das Institut für Zeitgemäße Lern- und Prüfungskultur erhält darüber hinaus ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro.

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