Petra Bendel spricht bei der Vorstellung des SVR-Jahresgutachtens im Mai 2019 in Berlin auf dem Podium.
SVR/Setzpfandt

, Sachverständigenrat: Petra Bendel zur neuen Vorsitzenden des SVR gewählt

Die Politikwissenschaftlerin Petra Bendel hat den Vorsitz des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) übernommen. Zum Stellvertreter wurde der Jurist Daniel Thym gewählt. Der bisherige SVR-Vorsitzende Thomas Bauer schied gemeinsam mit  Hacı Halil Uslucan turnusgemäß aus dem Sachverständigenrat aus.

Die Mitglieder des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) haben Petra Bendel, Professorin für Politische Wissenschaft und Geschäftsführerin des Zentralinstituts für Regionenforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Bendel gehört dem Rat seit 2016 an; zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören das deutsche und europäische Flüchtlings- und Asylsystem sowie die Integrationspolitik auf verschiedenen politischen Ebenen.

Zum Stellvertretenden Vorsitzenden wählten die SVR-Mitglieder Daniel Thym, Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz, ebenfalls seit 2016 Mitglied des SVR. Er arbeitet unter anderem zu deutschem, europäischem und internationalem Migrations- und Flüchtlingsrecht, Fragen von Staatsangehörigkeit und Integration.

Der Kuratoriumsvorsitzende Rüdiger Frohn gratulierte Petra Bendel zur Wahl: "Ich bin sicher, dass es Prof. Bendel mit ihrer breiten wissenschaftlichen und institutionellen Expertise hervorragend gelingen wird, die etablierte und fundierte Politikberatung des SVR fortzusetzen." Rüdiger Frohn gratulierte auch Daniel Thym zu seiner Wahl als Stellvertreter: "Die rechtliche Ausgestaltung der Integrations- und Migrationspolitik wird hoch relevant bleiben. Prof. Thym steht dafür, dass der Sachverständigenrat der Politik auch in juristischen Fragen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung steht."

Bisheriger SVR-Vorsitzender Thomas Bauer für Verdienste gewürdigt

Der ehemalige Vorsitzende Thomas K. Bauer und der Stellvertretende Vorsitzende Hacı Halil Uslucan scheiden turnusgemäß aus. Thomas Bauer, Professor für Empirische Wirtschaftsforschung an der Ruhr-Universität Bochum und Vizepräsident des "RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung", war seit 2011 Mitglied im SVR und hatte 2016 den Vorsitz übernommen. Der Entwicklungspsychologe Hacı Halil Uslucan war 2012 in den SVR berufen worden und hatte seit 2015 das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden inne. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung sowie Professor für Moderne Türkeistudien an der Universität Duisburg-Essen.

Für den Gesellschafter und stellvertretend für die sechs weiteren Förderstiftungen sprach Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, den Ausscheidenden seinen Dank aus: "Prof. Bauer hat den Rat in den vergangenen drei Jahren mit hoher Expertise, angenehmer Unaufgeregtheit, in sehr kollegialer Weise und in bestem Einvernehmen mit Prof. Uslucan geleitet. Wir danken Prof. Dr. Bauer und Prof. Uslucan für ihr langjähriges, enormes Engagement für den Sachverständigenrat und die wertvollen Impulse, die dieses Engagement stets begleitet haben."

Birgit Leyendecker und Panu Poutvaara als neue Mitglieder begrüßt

Zum 1. Juli wurden Birgit Leyendecker und Panu Poutvaara in den SVR berufen. Die Entwicklungspsychologin Birgit Leyendecker leitet seit 2010 das Interdisziplinäre Zentrum für Familienforschung der Ruhr-Universität Bochum. Sie forscht unter anderem zur Integration von (neu-)zugewanderten Kindern sowie von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung in das Bildungssystem. Panu Poutvaara ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des ifo Zentrums für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung am ifo Institut an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er arbeitet unter anderem zu Auswirkungen von Migrationsmöglichkeiten auf Humankapitalinvestitionen, Familienmigration und Populismus sowie Wohlfahrtseffekten von Zuwanderung.

Die Benennung erfolgte auf Basis des Votums einer unabhängigen Findungskommission. "Prof. Leyendecker wird den Sachverständigenrat mit ihrer vielseitigen Expertise in der Familienforschung bereichern; familiäre Aspekte sind sowohl in der Migrations- wie in der Integrationspolitik vielfach unterbelichtet", sagte die neue Vorsitzende Petra Bendel. "Mit dem Volkswirt Prof. Poutvaara werden die arbeitsmarktbezogenen und wirtschaftspolitischen Fragen der Migration weiterhin eine zentrale Rolle im Rat spielen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit beiden Kollegen."

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Bund und Länder treten in Projektfinanzierung ein

Neu geordnet wird künftig auch die Finanzierung der Arbeit des Rats. Vor über zehn Jahren von privaten Stiftungen auf Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung gegründet und seither finanziert, tritt nun der Bund in die Projektförderung ein. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat unterstützt mit dieser das Jahresgutachten 2020 und das SVR-Integrationsbarometer 2020. Hierfür stehen Haushaltsmittel bis zu 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. An der Finanzierung des SVR-Integrationsbarometers beteiligen sich auch die Bundesländer.

Bundesinnenminister Horst Seehofer kommentiert: "Die Stiftungen haben vor über 10 Jahren in einem Feld von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung mit der Gründung des SVR die Initiative ergriffen. Der Rat hat sich als unabhängige Einrichtung wissenschaftsbasierter Politikberatung im Bereich Integration und Migration etabliert, die es aus Sicht des Bundes zu erhalten gilt. Ich freue mich sehr, dass sich auch die Länder an der Finanzierung des Integrationsbarometers beteiligen."

Für die Länder begrüßt die Vorsitzende der 14. Integrationsministerkonferenz, die Berliner Integrationssenatorin Elke Breitenbach, die Kooperation: "Zur Berücksichtigung der kulturellen, sozialen und identifikativen Integration bedarf es vor allem subjektiver Indikatoren. Die Länder begrüßen daher die Bereitschaft des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR), das Integrationsbarometer zu einem Bund-Länder-Barometer zu erweitern. Das deutlich aufgestockte Integrationsbarometer 2020 wird künftig Auswertungen auf Ebene aller Länder ermöglichen. Die gemeinsame Nutzung des Integrationsbarometers durch Bund und Länder bietet außerdem Anlass, in einen engeren Austausch über die künftige Integrationsberichterstattung des Bundes und der Länder einzutreten."

Jörg Dräger begrüßt finanzielle Beteiligung

Der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende und Vorstand unserer Stiftung, Jörg Dräger, würdigt die Entwicklung: "Die den SVR tragenden Stiftungen freuen sich sehr über die finanzielle Beteiligung des Bundes und der Länder am Integrationsbarometer 2020 und des Bundes am Jahresgutachten 2020. Der Rat wird seine Arbeit als unabhängiges Gremium in bewährter Weise fortsetzen können. Das ist den Stiftungen wie der Bundesregierung besonders wichtig. Die Projektfinanzierung stellt einen ersten wichtigen Schritt in der gemeinsamen Absicht des Bundes und der Stiftungen dar, den SVR auch nach dem Ausscheiden der Stiftungen aus der Finanzierung Ende des Jahres 2020 als unabhängiges Beratungsgremium für die gesamte Bundesregierung im Feld der Integrations- und Migrationspolitik zu erhalten."

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