Zwei junge Menschen klatschen in die Hände ein während in an der Spree in Berlin stehen.
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Die deutsche Wirtschaft eilt von einem Erfolg zum nächsten. Die Produktionskapazitäten sind ausgelastet. Es sind so viele Menschen erwerbstätig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Der Staatshaushalt erwirtschaftet dank steigender Steuereinnahmen Rekordüberschüsse. Doch der Wohlstand kommt nicht überall an. Außerdem muss die Wirtschaftspolitik jetzt die Grundlage dafür legen, dass Deutschland auch in den kommenden Jahren ein erfolgreicher und attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt.

Welche Aufgaben muss die deutsche Wirtschaft bewältigen?

  1. Die langfristigen Wachstumsaussichten trüben sich ein, denn die deutsche Bevölkerung wird kleiner und sie wird sprunghaft älter – das bedeutet, dass auch weniger Menschen arbeiten. Auch Konsum und Innovationsfähigkeit werden zurückgehen und damit das Wachstum.
  2. Globalisierung und Digitalisierung verschärfen den Wettbewerbsdruck. Deutschland ist heute Exportweltmeister vor allem, weil hier Qualität im Fokus steht und  die Industrie hochspezialisiert ist. Doch die deutsche Wirtschaft hat den Anschluss an die Bereiche verloren, in denen heute grundlegende Innovationen stattfinden und auf deren Grundlage neue Wertschöpfungsmodelle entstehen.
  3. Das aktuelle Wachstum erreicht auch heute nicht alle. Trotz Vollbeschäftigung sinkt das Armutsrisiko nicht und vor allem bei Frauen mit Kindern sind Minijobs und Teilzeitstellen mit geringer Entlohnung weit verbreitet.

Deutschland braucht Inklusives Wachstum

Die nächste Regierung muss die Grundlagen für den Wohlstand von morgen legen. Dies kann nur gelingen, wenn die neue Regierung ein Wachstum fördert, das dynamisch und nachhaltig ist, das gleichzeitig gute Beschäftigung schafft und das mehr Teilhabechancen bringt. Dafür müssen in Deutschland wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ansätze eng verzahnt werden. Außerdem brauchen wir eine Agenda für Inklusives Wachstum, die das Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft erneuert: Wohlstand für alle.

Unsere Handlungsempfehlungen "Agenda Inklusives Wachstum für Deutschland" zeigen, dass Inklusives Wachstum kein abstraktes Konzept ist, sondern ein reales Politikziel, das durch konkrete Schritte erreicht werden kann: Von klugen öffentlichen Investitionen über den Vermögensausbau für breite Teile der Bevölkerung, eine besser aufeinander abgestimmte Steuer- und Transferpolitik bis hin zur Förderung von Gründern und Innovationen. 

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