24 Unternehmen als "familienfreundlicher Arbeitgeber" zertifiziert

Familienfreundlichkeit wird von Unternehmen gerne als Aushängeschild genutzt. Schaut der Arbeitgeber aber hinter die Kulissen, ist er oftmals enttäuscht. Liz Mohn zeichnete am Mittwoch Unternehmen aus, die tatsächlich familienfreundliche Arbeit ermöglichen.

Am Mittwoch wurden in der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh 24 Unternehmen aus ganz Deutschland mit dem Qualitätssiegel "Familienfreundlicher Arbeitgeber" ausgezeichnet. Ihre Zertifikate erhielten sie aus den Händen von Liz Mohn, der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung. Im vergangenen Jahr hatten sie neben 27 weiteren Firmen erfolgreich ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen. 

Für viele Arbeitnehmer in Deutschland stellt sich die Frage, woran sie erkennen können, wie ernst es einer Firma mit dem Anspruch ist, familienfreundlich zu sein. Hängt davon doch Vieles ab: Ein guter Ausgleich zwischen Berufswelt und Privatleben, die Betreuung der eigenen Kinder, aber auch Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz. Mit der Verleihung des Qualitätssiegels "Familienfreundlicher Arbeitgeber" möchte die Bertelsmann Stiftung Arbeitnehmern bundesweit Orientierung und Hilfestellung geben und Unternehmen dazu anregen, familienfreundliche Strukturen zu etablieren und zu pflegen.

„Das Qualitätssiegel soll das Engagement nach außen hin sichtbar machen und andere Unternehmen zum Mitmachen motivieren. So können wir zu einem positiven Unternehmerbild in der Gesellschaft beitragen.“

Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung

Ein wichtiges, weil aktuelles Thema war bei einer vorausgegangenen Diskussionsrunde, wie individuelle Arbeitszeitmodelle zu entwickeln seien, die sowohl flexible Arbeitszeiten und Home-Office als auch Sonderurlaub für ehrenamtliches Engagement und die Elternzeit vorsehen. Professor Dr. Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher GmbH, wies darauf hin, dass Unternehmen bereits heute Beratungsleistungen für die Gestaltung familienfreundlicher Maßnahmen im Betrieb steuerlich absetzen können. Frau Detmers betonte, sie wünsche sich das beispielsweise auch für Nachhilfestunden, um die Kinder von Mitarbeitern stärker fördern zu können. Landrat Sven Georg Adenauer verwies darauf, dass der öffentliche Dienst auch zukünftig mit den familienfreundlichen Angeboten der Betriebe mithalten müsse, um weiterhin junge und qualifizierte Fachkräfte gewinnen zu können. Schon jetzt biete man neben verschiedenen Arbeitszeitmodellen das Führen in Teilzeit oder Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege an.

Mit dem Qualitätssiegel "Familienfreundlicher Arbeitgeber" zeichnete die Bertelsmann Stiftung seit 2011 bereits circa 150 vorwiegend kleine und mittelständische Betriebe für ihre familienbewusste und mitarbeiterorientierte Personalpolitik aus. Das Zertifikat gilt drei Jahre und kann nach einem weiteren erfolgreichen Prüfungsverfahren verlängert werden.

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