Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Erfassung zukunftswirksamer Ausgaben der öffentlichen Hand - Langfassung

Konzept und Ländervergleich

  • 1. Auflage 2016 (PDF)
  • kostenlos

Im Auftrag des Projektes „Inclusive Growth“ der Bertelsmann Stiftung haben die Wissenschaftler vom Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. ein innovatives Konzept zur Erfassung von Ausgaben für die öffentliche Infrastruktur entwickelt und mit einem Ländervergleich getestet. Die Studie liefert neue Einsichten über die räumliche Verteilung und die Struktur der öffentlichen Infrastrukturausgaben, sie bestätigt aber das insgesamt besorgniserregend niedrige Niveau dieser wichtigen Zukunftsinvestition und deckt große Unterschiede zwischen den Ländern auf. Das Konzept der infrastrukturbezogenen Ausgaben unterscheidet sich vom klassischen Investitionsbegriff: Zu den Sachinvestitionen werden auch die Unterhaltungsaufwendungen und die Mieten und Pachten hinzugezogen.

Ein auf Grundlage des neuen Ansatzes durchgeführter Ländervergleich brachte einige Überraschungen – aber auch Ernüchterung. Zwar fallen die mit dem neuen Konzept erfassten öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur insgesamt höher aus als bei einem Vergleich auf Grundlage des klassischen Investitionsbegriffs. Doch gibt es keinerlei Grund zur Entwarnung.

Ganz im Gegenteil: die öffentlichen Zukunftsausgaben im Bereich der Infrastruktur offenbaren einen sinkenden Trend – und ein deutliches Gefälle zwischen den Bundesländern. Die Pro-Kopf-Zahlen im Osten und Süden Deutschlands sind nahezu doppelt so hoch wie in den Flächenländern im Nordwesten der Republik. Im Jahre 2014 war Bayern an der Spitze. Betrachtet man Land und Kommunen gemeinsam, so lagen die infrastrukturbezogenen Ausgaben dort bei 934 Euro pro Einwohner. Das Schlusslicht bildete Nordrhein-Westfalen: Land und Kommunen gaben lediglich 474 Euro pro Kopf aus.

Eine Kurzversion des Gutachtens finden Sie hier.