Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Prof. Dr. Dietmar Frommberger

Wege zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung

Ein internationaler Vergleich

  • 1. Auflage 2019, 76 Seiten (Broschur)
  • DOI 10.11586/2019005
  • kostenlos

Weltweit steigt die Nachfrage nach nachschulischer Bildung, insbesondere nach hochschulischer Bildung. Die Folge ist einerseits eine Ausdifferenzierung von Bildungsangeboten sowohl in der beruflichen als auch in der hochschulischen Bildung und andererseits eine wachsende Überschneidung dieser beiden traditionell getrennten Bildungsteilbereiche. Wie können die Grenzen zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung überwunden und Übergänge zwischen beiden Bildungsbereichen gestaltet werden? Die Studie untersucht international vergleichend in drei Bereichen Modelle, mit denen dies versucht wird:

  1. Doppelqualifikationen, bei denen mit einer beruflichen Qualifikation die Zugangsberechtigung zu einem Hochschulstudium erworben wird. Beispiele dafür sind die mittlere Berufsausbildung in den Niederlanden, die berufsbildenden höheren Schulen und die Berufsreifeprüfung in Österreich sowie die Berufsmatura und die Fachschulen als Angebot der höheren Berufsbildung in der Schweiz.

  2. Hybride Bildungsgänge, in denen Elemente von beruflicher und hochschulischer Bildung verknüpft werden. Vorgestellt werden das duale Studium in Deutschland, die Cooperative Education in Kanada, die Higher Apprenticeships in England und die Associate Degrees in den Niederlanden.

  3. Referenzsysteme zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung, mit denen Transparenz hergestellt und wechselseitige Anerkennung erleichtert wird. Hier dienen das Australian Qualification Framework und das schottische Kreditpunktesystem als Anschauungsmaterial.

Die Beispiele zeigen, dass weltweit ein bildungspolitischer Such- und Veränderungsprozess stattfindet. Die Grenzen zwischen allgemeiner, beruflicher und hochschulischer Bildung werden zunehmend als Problem angesehen und in Frage gestellt. Die skizzierten Lösungsansätze zielen darauf ab, Zu- und Übergänge transparent und verbindlich zu gestalten, um Bildungsaufstiege zu ermöglichen und Chancengerechtigkeit zu erhöhen. Wie gut dies gelingt, hängt nicht nur von den formalen Strukturen des jeweiligen Bildungssystems ab. Die Studie zeigt, dass bei der Schaffung von durchlässigen Bildungsstrukturen auch die Finanzierung der Bildungsangebote und die Anreize des Arbeitsmarkts eine wichtige Rolle spielen.

Hier finden Sie die zur Studie gehörenden Fallstudien.