Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Prekäre Wahlen

  • 1. Auflage 2013 (PDF)
  • DOI 10.11586/2018036
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Die oberen zwei Drittel der Gesellschaft haben erheblich größeren Einfluss auf die Zusammensetzung des derzeitigen Bundestages genommen als das untere Drittel. Demnach sind bei der Bundestagswahl im September 2013 überdurchschnittlich viele Menschen aus sozial schwachen Milieus nicht zur Wahl gegangen.
Es gilt: Je prekärer die soziale Situation in einem Gebiet, desto niedriger die Wahlbeteiligung. Bis zu 46 Prozentpunkte betrug bei der letztjährigen Bundestagswahl der Unterschied in der Wahlbeteiligung zwischen einzelnen Vierteln in ein und derselben Stadt. Die soziale Spaltung ist allerdings kein rein städtisches Phänomen. Die Ergebnisse in 640 bundesweit repräsentativen Stimmbezirken zeigen, dass auch in den ländlichen Gebieten die Wahlbeteiligung stark an den Sozialstatus gekoppelt ist. Einen besonders starken statistischen Zusammenhang ermittelt die Studie zwischen Wahlbeteiligung und Arbeitslosigkeit.
Zur Studie: für sehr kleine räumliche Einheiten (bundesweit 1.004 Stadtteile und 640 repräsentative Stimmbezirke) wurden die Zusammenhänge zwischen den Lebensverhältnissen und der Wahlbeteiligung vor Ort identifiziert. Dies geschah auf Grundlage kommunaler Arbeitslosendaten sowie von Milieudaten und anderen sozialräumlichen Indikatoren des Marktforschungsinstituts microm. Für einzelne Stadtteile und Städte, sowie repräsentativ für das gesamte Bundesgebiet, ermöglichte die statistische Auswertung durch Dr. Schäfer (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung) und infratest-dimap verbindliche Aussagen über die sozialräumlichen Unterschiede und die soziale Selektivität der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2013.

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