Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Nach der Pandemie: für eine gestaltungsorientierte Berufsbildung in der digitalen Arbeitswelt

Eine Denkschrift

  • 1. Auflage 2020, 36 Seiten (PDF)
  • DOI 10.11586/2020014
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Digitale Technologien verändern die Arbeits- und Geschäftsprozesse – mit massiven Folgen nicht nur für die technologischen und wirtschaftlichen Prozesse, sondern auch für die berufliche Bildung. Durch die Corona-Pandemie wurde sozusagen im Zeitraffer eine Entwicklung zur Digitalisierung von Arbeitsumgebungen und beruflichen Lernarrangements ausgelöst. Was bis dato eher als Reformbedarf der Berufswelt und ihrer Bildung für Jahre postuliert worden war, hat sich in wenigen Monaten vollzogen.

Die vorliegende Denkschrift „Nach der Pandemie: für eine gestaltungsorientierte Berufsbildung in der digitalen Arbeitswelt“ beschreibt eine Reihe von Handlungsfeldern in Hinblick auf die Digitalisierung in der Berufsbildung, die auch nach der Corona-Krise bearbeitet werden sollten. Das Papier stellt Überlegungen zum Reformbedarf in der Berufsbildung an, der durch Digitalisierung in den kommenden Jahren ausgelöst wird. Es befasst sich im ersten Teil mit der Digitalisierung der Arbeitswelt selbst und im zweiten Teil mit der Berufsbildung: sowohl grundsätzlich mit ihrer institutionellen Rolle als auch mit digitalen Formaten des Lernens.

Dabei werden zunächst die Wirkungen der Digitalisierung auf die Berufswelt beschrieben: Das mögliche Verschwinden von ganzen Berufsbildern, die Dequalifizierung oder auch der Bedarf nach Kompetenzerweiterung – je nach Berufsbild – sowie das Entstehen gänzlich neuer Berufsbilder. Ausgehend von der Einsicht, dass die Digitalisierung für Beschäftigte in nahezu allen Berufsfeldern dazu führt, digitale Kompetenzen erwerben zu müssen, beschreiben die Wissenschaftler Euler und Severing die Konsequenzen für die berufsbildungspolitische Ordnungsarbeit.

Die beiden Autoren treten dafür ein, dass die Berufsbildung in Zeiten der Digitalisierung nicht mechanisch den technischen Entwicklungen folgen, sondern proaktiv-gestaltungsorientiert agieren sollte. Dieser Anspruch hat nicht nur Konsequenzen für die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden in der Berufsausbildung, sondern führt auch zu der Frage, inwieweit die berufliche Bildung strukturell in der Lage ist, diesen Anspruch zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund werden relevante Handlungsfelder identifiziert und mögliche bildungspolitische Optionen skizziert.