Milan Vaishnav

Modis Reformagenda: Wie realistisch ist ein Wandel in Indien?

Asia Policy Brief 2015/04

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Indiens Premierminister Narendra Modi trat sein Amt mit einem historischen politischen Mandat an: Erstmals seit 30 Jahren errang eine Partei allein die Mehrheit der Sitze im Unterhaus (Lok Sabha). Allerdings gehen damit auch hohe Erwartungen einher, denn Modi hatte im Wahlkampf versprochen, die indische Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Nach 18 Monaten im Amt und Wahlniederlagen in den Bundesstaaten Delhi und Bihar werden jedoch zunehmend Fragen nach seiner wirtschaftspolitischen Leistung laut.

In der aktuellen Ausgabe des Asia Policy Brief analysiert Milan Vaishnav, Associate im Südasienprogramm des Carnegie Endowment for International Peace in Washington, D. C. den Stand der Wirtschaftsreformen in Indien, zeigt Schwierigkeiten auf und skizziert mögliche künftige Entwicklungen. Zwar sei es Modi gelungen, so Vaishnav, die Gesamtwirtschaft zu stabilisieren. Die angekündigten Wirtschaftsreformen, die er stufenweise umsetzen will, haben auch den Investitionszyklus wiederbelebt. Umfassendere Veränderungen jedoch sind innenpolitischen Schwierigkeiten zum Opfer gefallen, etwa den Blockaden in der regierenden Allianz. Vor dem Hintergrund der zahlreichen externen und internen Beschränkungen, sei es unwahrscheinlich, dass Modi den Pfad der graduellen Reformen verlässt. Wirklich grundlegende Reformen jedoch wären die lohnendste langfristige Investition in die Zukunftsfähigkeit Indiens.