Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Inklusives Wachstum für Deutschland 21: Die Soziale Dividende

Utopie oder realistische Politikoption?

  • 1. Auflage 2018, 28 Seiten (PDF)
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Die Bedeutung von Kapitaleinkommen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, während der Anteil der Arbeitseinkommen am Volkseinkommen zurückgegangen ist. Die Entwicklung ist für Deutschland von besonderer Bedeutung ist, weil etwa die Hälfte der deutschen Haushalte kein nennenswertes Vermögen besitzt. Bei der Suche nach Politikinstrumenten, die bei dieser Ausgangslage inklusives Wachstum möglich machen, sind wir auf den Fonds des US Bundesstaates Alaska gestoßen: alle Einwohner werden dort durch eine jährliche Zahlung am Kapitaleinkommen des Fondsvermögens beteiligt.

In der Studie "Die Soziale Dividende: Utopie oder realistische Politikoption?" gehen Timm Bönke, Carola Frank und Astrid Harnack von der Freien Universität Berlin der Frage nach, ob eine solche Soziale Dividende auch in Deutschland eine breitere gesellschaftliche Teilhabe an den steigenden Kapitaleinkommen ermöglichen könnte. Die Berechnungen zeigen, dass dies mittel- und langfristig in der Tat der Fall ist: bei einer hypothetischen Einführung der Sozialen Dividende im Jahr 2002 wäre das Wachstum bis zum Jahr 2012 inklusiver ausgefallen. Deutlich mehr Haushalte speziell am unteren Rand der Einkommensverteilung hätten von einem realen Einkommenszuwachs profitiert.

Wollte man wie in Alaska die gesamt Wohnbevölkerung einbeziehen, bliebe Deutschland allerdings nur ein schuldenfinanzierter Finanzierungsansatz. Dies erscheint in der derzeitigen Niedrigzinsphase vielleicht attraktiv, birgt aber erhebliche ökonomische, politische und rechtliche Risiken. Realistischer erscheint ein Ansatz, der die Bezugsberechtigten auf zukünftige Generationen beschränkt und dadurch Zeit böte, in einer langfristig angelegten Ansparphase einen substanziellen Ausschüttungsfonds aufzubauen.